Kinderfest
Fest verwurzelt ist das traditionelle Kinderfest mit dem großen Umzug der Schulen, der jedes Jahr unter einem neuen Motto steht und Groß und Klein begeistert. Das Kinderfest geht zurück auf die Tradition des Schulertanzes (PDF). Jedes Jahr findet das Kinderfest am letzten Wochenende vor den Sommerferien statt.
Turmfest
Langenau und die Region dürfen sich alle zwei Jahre auf das Turmfest freuen, das traditionell am letzten Juniwochenende stattfindet.
Das Besondere bei diesem Fest ist ein Programm, das seinesgleichen sucht. Volkstümliche Musik, präsentiert von renommierten Kapellen sowie Aufführungen örtlicher Gruppen, Hip Hop, Funk und Soul, Afro-Pop aus Kenia, Latin-Musik aus Kuba, virtuose Balkanklänge, Rockmusik für Kinder bis hin zu skrupelloser Hausmusik von der Ostalb sind auf den drei Bühnen zu genießen. Und das alles bei freiem Eintritt.
Neben den musikalischen Beiträgen bilden die teilnehmenden Organisationen mit ihren Ständen eine kulinarische Verbindungsstraße zwischen Pfleghof und Kirchplatz, die ebenfalls keine Wünsche offen lässt. Eine Oldtimerschau im Schulhof des Gymnasiums, Turmführungen sowie der traditionelle Festgottesdienst am Sonntagvormittag in der Martinskirche runden das Programm ab.
Der Turm der Martinskirche, das Wahrzeichen Langenaus, und die Kirche selbst wurden im Jahr 1990 grundlegend saniert. Der damalige Pfarrer Gotthilf Baumann regte an, dieses Ereignis mit einem Fest für alle zu feiern. Der dann aber verregnete September machte einen Strich durch die Rechnung. Gefeiert wurde erstmals im Juni 1991. Das Fest war ein so großer Erfolg, dass die Wiederholung keine Frage war. Seit 1992 findet das von der Stadt Langenau organisierte und finanzierte Turmfest nun alle zwei Jahre statt. Etwa 30 örtliche Vereine und Organisationen beteiligen sich dabei. Inzwischen hat es sich wegen seiner Programmvielfalt und dem großen Angebot zu einem der beliebtesten Festveranstaltungen in der Region entwickelt.
Bildergalerie Kinderfest
Kinderfestreden von Bürgermeisterin Daria Henning
„Wir machen Geschichte lebendig – Stadterhebung 1376“
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Gäste aus nah und fern,
und vor allem: liebe Kinder,
Ich begrüße sehr herzlich unseren Ehrenbürger und Bürgermeister a. D. Wolfgang Mangold. Und seine Ehefrau, herzlich begrüße ich unseren Ersten Beigeordneten Christoph Schreijäg und seine Ehefrau, der seit nunmehr drei Jahrzehnten als Beigeordneter Verantwortung für Langenau trägt und im vergangenen Jahr für diese besondere Leistung durch den Gemeindetag Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde.
Herzlich willkommen heiße ich meine Bürgermeisterkolleginnen und Bürgermeisterkollegen und die Geschäftsführerin des VVL, Margarete Bohner.
Ich begrüße die Mitglieder unseres Gemeinderates und unserer Ortschaftsräte, die Ortsvorsteherinnen und den Ortsvorsteher unserer Teilorte sowie die Vertreterinnen und Vertreter unserer Kirchen und Glaubensgemeinschaften.
Ebenso herzlich begrüße ich die Vertreterinnen und Vertreter , unserer Schulen, Kindertagesstätten, Vereine, Organisationen und Einrichtungen.
Vor allem aber begrüße ich Sie alle, die Sie aus Langenau, Albeck, Göttingen und Hörvelsingen und weit darüber hinaus zu uns gekommen sind.
Unser Kinderfest ist ein Teil der Seele unserer Stadt. Seine Ursprünge reichen bis in das Jahr 1535 zurück. Damals wurde der sogenannte Schulertanz als fröhliches Maien- und Frühlingsfest gefeiert, begleitet von einem Gottesdienst.
Traditionell gestalten unsere Schulen den Kinderfestumzug abwechselnd und geben ihm ein Motto. In diesem Jahr lautet es:
„Wir machen Geschichte lebendig – Stadterhebung 1376.“
Dieses Motto könnte kaum besser zu unserem Jubiläumsjahr passen. Vor 650 Jahren wurde Langenau erstmals zur Stadt erhoben. Dieses Ereignis ist ein guter Anlass, zurückzublicken – aber nicht, um in der Vergangenheit stehen zu bleiben.
Denn Geschichte wird nicht allein dadurch lebendig, dass wir alte Urkunden betrachten. Geschichte wird lebendig, wenn wir verstehen, was frühere Generationen aufgebaut haben, wenn wir ihre Erfahrungen bewahren und daraus Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft ableiten.
Unser Jubiläumsjahr macht die Geschichte Langenaus auf vielfältige Weise sichtbar: Mit Lesungen, Ausstellungen, Führungen und Mitmachangeboten laden wir dazu ein, Langenau neu zu entdecken.
Die Ausstellung „Handel im Wandel – Langenauer Geschäfte aus dem letzten Jahrhundert“ wurde zu einem großen Erfolg. Mit Herzblut vom Archiv und vielen Ehrenamtlichen gestaltet, lockte es mehr als 2.000 Besucherinnen und Besucher in den KulturBahnhof,. Viele brachten eigene Erinnerungen, Fotos und Geschichten mit und wurden damit selbst zu Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
Das zeigt: Geschichte ist dann besonders interessant, wenn sie aus persönlichen Erlebnissen besteht. Das Heimatmuseum lädt unter dem Titel „Unbekannt gesucht!“ zum gemeinsamen Rätseln ein. Bürgerinnen und Bürger bringen Gegenstände mit, deren frühere Verwendung heute kaum noch jemand kennt. Manches davon sieht aus wie ein Küchengerät, war aber vielleicht für die Landwirtschaft bestimmt – und manches sieht aus wie ein Folterinstrument, war vermutlich tatsächlich ein Küchengerät.
Im Juli eröffneten wir gemeinsam mit dem Albverein den neuen nauWeg zu den Quellen, Mühlen und Störchen. Er verbindet Natur, Bewegung, Wasser und Geschichte miteinander.
Auch das Stadt-Land-Quiz des Südwestrundfunks hat Langenau im Juni ins Fernsehen gebracht. Beim Thema „Lebenselixier Wasser“ konnten wir zeigen, dass wir als eine der quellenreichsten Städte Deutschlands mit diesem Thema besonders eng verbunden sind.
Dass das Stadt-Land-Quiz in Langenau gedreht wurde, gehört zu den vielen Entwicklungen und neuen Impulsen, die während der vergangenen zwei Jahre angestoßen oder verwirklicht werden konnten. Dazu gehören auch neue Formen der Belebung unserer Innenstadt – von Straßenmusik und Veranstaltungen bis hin zu Liegestühlen und neuen Aufenthaltsangeboten.
Ich sage dies nicht, um daraus eine persönliche Leistungsbilanz zu machen. Denn kommunale Entwicklung ist niemals die Leistung einer einzelnen Person. Sie entsteht durch Beschlüsse des Gemeinderates, durch die Arbeit der Verwaltung, durch Partnerinnen und Partner, Unternehmen, Vereine und vor allem durch Menschen, die Ideen aufgreifen und bereit sind, sie umzusetzen.
Dennoch dürfen wir feststellen: Vieles ist in den vergangenen Jahren in Bewegung gekommen. Manches ist abgeschlossen, vieles ist begonnen, und einiges liegt noch offen vor uns.
Kommunalpolitik ist in dieser Hinsicht ein Staffellauf. Wir übernehmen Vorhaben, die andere begonnen haben. Wir bringen Projekte auf den Weg, deren Ergebnis vielleicht erst später sichtbar wird. Und wir müssen auch aushalten, dass nicht jede Idee sofort gelingt und nicht jedes Problem innerhalb einer Amtszeit gelöst werden kann.
Entscheidend ist, offen zu benennen, was erreicht wurde, was sich in Arbeit befindet und wo noch keine Lösung gefunden ist.
Mit dem Wettbewerb für einen Storchenkalender 2027 nehmen wir zudem jene Bewohner in den Blick, die weder Grundsteuer noch Hundesteuer bezahlen, aber dennoch besonders gern die besten Grundstücke in Anspruch nehmen.
Unsere Störche gehören zu Langenau. Sie prägen unser Stadtbild und werden im kommenden Kalender durch die schönsten Aufnahmen unserer Bürgerinnen und Bürger sichtbar.
Zu all diesen Angeboten gehören viele Menschen, die recherchieren, vorbereiten, organisieren und gestalten.
Mein besonderer Dank gilt deshalb unserem Stadtarchiv, dem ehrenamtlichen Team des Heimatmuseums, unserem Kulturbüro und der Abteilung Stadtmarketing und Tourismus.
Geschichte und Gemeinschaft werden nicht nur in der Kernstadt gelebt.
Göttingen hat im vergangenen Jahr seine erste urkundliche Erwähnung vor 800 Jahren gefeiert. Vorträge, historische Führungen und das neue Buch von Günter Grässel haben den Alltag früherer Generationen anschaulich gemacht.
Mit dem Wichtelweg ist zugleich ein neues Angebot entstanden, das Familien begeistert. Kastanienweitwurf, Floßfahrt und Naturerlebnisse verbinden Bewegung, Fantasie und Umweltbildung.
In Hörvelsingen entstand mit dem „Hennastall“ ein Jugendtreff, der seinen besonderen Charakter schon im Namen trägt. Wo früher Hühner gackerten, wird heute gelacht und Jugend-Gemeinschaft gelebt.
Jugendliche, Eltern, Ortschaftsräte und Ortsvorsteherin, freiwillige Helferinnen und Helfer haben gemeinsam angepackt. Die Jugendlichen strichen Wände, verlegten Böden und gestalteten ihren Treffpunkt selbst.
Das ist echte Beteiligung: nicht nur gefragt zu werden, was man gerne hätte, sondern selbst Verantwortung für die Umsetzung zu übernehmen.
Auch die Entwicklung des Grundstücks am ehemaligen Feuerwehrhaus wird vorangebracht. Dort soll eine Bauherrengemeinschaft die Chance erhalten, gemeinschaftlichen und bedarfsgerechten Wohnraum in zentraler Lage zu schaffen.
In Albeck ist die Neugestaltung der Alten Steige und der Osterstetter Straße abgeschlossen. Die historischen Straßenräume, die neuen Plätze und die Stäffele verbessern das Ortsbild, die Verkehrssicherheit und die Aufenthaltsqualität.
Mit dem neuen Kräutergarten am Alten Friedhof entsteht zudem ein Ort für Heilpflanzen, Küchenkräuter, Apothekerpflanzen und einen Bienengarten. Stadtgärtnerei, BUND, Ortsverwaltung und Bürgerschaft gestalten ihn gemeinsam.
Die erste Albecker Schlosshofweihnacht hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn eine ganze Ortschaft zusammenarbeitet. Viele verwandelten den Schlosshof in einen besonderen Treffpunkt für Familien. Lieber Herr Ortsvorsteher Wiedenmann, das ist eine Fortführung wert!
Im September erinnern wir an 100 Jahre Ehrenbürgerwürde für Robert Bosch und den 150. Geburtstag Gottlob Honold. Unsere Pioniere, In Albeck würdigen Veranstaltungen den berühmtesten Sohn des Ortes und einen Unternehmer, der wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung verbunden hat.
Möglich gemacht auch durch Unser Ortsteilbudget, das wir in den letzten Jahren eingeführt haben,, es stärkt diese Eigeninitiative. Die Ortschaftsräte können damit kleinere Maßnahmen, Wunschprojekte, Herzensangelegenheiten eigenständig anstoßen und vor Ort Prioritäten setzen. Ein echter Mehrwert. Ein klares Bekenntnis zu unseren Teilorten!
Ab Sommer 2026 werden auch die Ortschaftsräte mit Tablets ausgestattet und in die digitale Ratsarbeit einsteigen. Das erleichtert die Arbeit und schafft zugleich zusätzliche Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger. Ein echter Mehrwert. Ein klares Bekenntnis zu unseren Teilorten. Unsere Teilorte sind nämlich keine Randgebiete der Stadt. Albeck, Göttingen und Hörvelsingen sind unverzichtbare Teile Langenaus und gehören zu seiner Identität. Sie sollen ihren individuellen Charakter behalten und zugleich Teil einer gemeinsamen und starken Stadtgesellschaft bleiben.
Was unsere Stadt besonders auszeichnet, sind die vielen Menschen, die Verantwortung übernehmen, ohne dafür zuerst nach Zuständigkeiten oder Vergütung zu fragen.
Im vergangenen Jahr durften wir Gudrun Eberhardt die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg überreichen. Seit fünf Jahrzehnten engagiert sie sich für die LandFrauen. Seit mehr als 20 Jahren leitet sie zudem unseren Wochenmarkt.
Die LandFrauen haben mit ihrem eigenen Faserlein-Anbau außerdem eine jahrhundertealte Tradition Langenaus wieder sichtbar gemacht. Vom Anbau über das Riffeln und Brechen bis zum Spinnen zeigen sie, wie früher aus Flachs Leinen entstand.
Auch unsere Jubiläumsvereine haben das vergangene Jahr geprägt. Der Musikverein Langenau feierte sein 100-jähriges Bestehen mit einem außergewöhnlichen Festjahr. Mit „Klangenau“, dem Sommerabend im Burghof, zahlreichen Musikgruppen in der gesamten Innenstadt und dem Ballonglühen am Nadelnberg wurde die Stadt zur großen Bühne.
Der Liederkranz Albeck blickte auf 125 Jahre Chorgesang zurück.
Die Landjugend feierte ihr 75-jähriges Bestehen.
Der Modellsportverein feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum.
Die Kinderkirche kann auf 150 Jahre kindgerechte Gottesdienste zurückblicken.
Die Kita Albeck feierte 50 Jahre pädagogische Arbeit und Begleitung von Kindern und Familien.
Das nauBad, Hallenbad, wurde im November 2025 zehn Jahre jung. Das Freibad, feierte seinen 90. Geburtstag, Und unsere Hospizgruppe beging ihr 25-jähriges Bestehen. Ebenso feierten die Oldtimer Freunde 25 Jahre.
Allen Vereinen, Einrichtungen und Initiativen, die im vergangenen und diesem Jahr ein Jubiläum feiern durften oder in diesem Jahr eines begehen, gratuliere ich herzlich.
Ich gratuliere auch unseren Jellycles. Die Showtanzgruppe wurde bei der World Gym for Life Challenge in Lissabon Vizeweltmeister. Dieser Erfolg steht für Fleiß, Disziplin, Teamgeist und hervorragende Jugendarbeit, das feierten wir mit einem Eintrag ins Buch der Stadt Langenau.
Alle Vereinen gleich: Sie schaffen Heimat und entwickeln sie zugleich weiter. Sie leisten einen Beitrag für unsere Bürgerinnen und Bürger.
All diese Beispiele zeigen: Eine Stadt wird nicht allein durch Gebäude, Straßen oder Haushaltspläne lebendig. Sie lebt von ihnen, den Menschen, die Ideen haben, andere mitnehmen und bereit sind, unbezahlbare und unbezahlte Arbeit zu leisten.
Wenn unser nauBad ausgezeichnet wird, wenn ein Cafe weit über die Stadtgrenzen hinaus geschätzt wird, wenn ein Naturgarten prämiert wird, wenn ein Fest gelingt, eine Ausstellung begeistert oder ein Verein sportliche Erfolge feiert, dann steht dahinter niemals nur ein Name.
Dahinter stehen viele Menschen, die planen, vorbereiten, pflegen, reinigen, trainieren, bewirten, organisieren und und und– hauptamtlich, nebenberuflich oder ehrenamtlich.
Manche stehen auf der Bühne. Viele arbeiten dahinter.
Und gerade den Menschen hinter der Bühne gilt mein besonderer Respekt. Denn einer allein schafft es nicht. Keine Bürgermeisterin, keine Vereinsvorsitzende und kein Projektverantwortlicher kann eine Stadt allein gestalten.
Es sind die vielen sichtbaren und unsichtbaren Hände, die unser Gemeinwesen tragen. Ihnen kann man eigentlich gar nicht oft und genug danken. Danke für Ihren Einsatz.
Ein Kinderfest ist der richtige Anlass, um darüber zu sprechen, welche Bedingungen wir jungen Menschen in unserer Stadt bieten.
Die Kinderzahlen entwickeln sich inzwischen anders als noch vor wenigen Jahren gedacht. Nach einer Phase stark steigender Bedarfe für Betreuungsplätze gehen die Geburtenzahlen drastisch zurück. Fast paradox wirkt es, dass auf 120 Störche in unserer Stadt nicht mal 100 Geburten jährlich kommen – die Störche kommen dem Mythos nicht mehr nach, die Kinder zu bringen, haben wir ein Work-Life-Balance-Problem bei den Störchen? Spaß beiseite, meine Damen und Herren,
Das verlangt eine neue und differenzierte Kindergartenbedarfsplanung und auch Schulplanung, auch untr dem Stichwort Multifunktionalität.
Sinkende Kinderzahlen bedeuten aber nicht, dass wir bei Qualität, Verlässlichkeit oder Betreuung nachlassen dürfen. Im Gegenteil: Wir müssen unsere Angebote flexibel weiterentwickeln, Standorte betrachten und gleichzeitig verantwortungsvoll mit Personal, Gebäuden und Finanzen umgehen.
Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder schrittweise eingeführt.
Langenau verfügt bereits heute an allen Grundschulstandorten über ein gutes Betreuungsangebot für alle Schülerinnen und Schüler egal ob Klasse 1 oder 4 von bis zu 39 h/w und verfehlt den Rechtsanspruch um 1 h/w für die Erstklässler und übersteigt gleichzeitig den Rechtsanspruch somit um Weiten für Klasse 2-4.
Zusätzlich ist Die Ludwig-Uhland-Schule als Ganztagesschule in Wahlform etabliert.
Eine verpflichtende Ganztagesschule für alle Grundschulen ist derzeit nicht vorgesehen. Wir wollen keine Lösungen über die Köpfe der Familien hinweg entwickeln.
In einer Art Schulentwicklungsplanung wollen wir dieses Jahr gemeinsam mit Schulen, Betreuungskräften, Kindern und Eltern unsere gesamte Konzeption überprüfen. Bildungspolitische Entscheidungen brauchen transparente Grundlagen und einen klaren Blick auf die langfristige Entwicklung: Verlässlichkeit, pädagogische Qualität, Chancengleichheit und Alltagstauglichkeit werden dabei im Mittelpunkt stehen.
Darüber hinaus investieren wir jährlich in unsere Schulen:
An der Friedrich-Schiller-Realschule investieren wir in die energetische Sanierung eines Gebäudeteils. Für das Projekt bekommen wir Zuschüsse von insgesamt 651.000 Euro.
An der Robert-Bosch-Grundschule Albeck wird der Ausbau für den Ganztagesbetrieb vorbereitet. Die Erweiterung der Gemeinschaftsschule des Verwaltungsverbandes wird dieses Jahr abgeschlossen.
Und ich freue mich besonders zu erwähnen, dass das Amt Familie und Bildung einen Beteiligungsprozess bei der Schulhofgestaltung angestoßen hat, auch in den letzten zwei Jahren, meine Damen und Herren. Bei der gemeinsamen Gestaltung der Schulhöfe von Ludwig-Uhland-Schule und Friedrich-Schiller-Realschule haben Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern bereits viele Ideen eingebracht. Die Schulhofgestaltung wird zeitnah in die nächste Phase der Planung und der Realisierung gehen.
Auch unsere Jugendarbeit entwickeln wir weiter. In allen Teilorten gibt es inzwischen Jugendtreffs. Betreute und selbstorganisierte Öffnungszeiten bieten sowohl Begleitung als auch Freiraum.
Derzeit erarbeiten wir eine neue Gesamtkonzeption der Jugendsozialarbeit. Dazu soll künftig auch aufsuchende Jugendarbeit gehören. Wir wollen junge Menschen dort erreichen, wo sie sich tatsächlich aufhalten.
Der Achterrat zeigt bereits seit Jahren, wie Jugendbeteiligung konkret funktionieren kann. In diesem Jahr beschäftigten sich die Achtklässlerinnen und Achtklässler unter anderem mit Spiel- und Sportplätzen und mit einer Tanzveranstaltung für Jugendliche.
Für den geplanten Skatepark haben wir uns beim zuständigen LEADER-Gremium um eine Förderung beworben und haben eine positive Rückmeldung. Das Gremium im Gemeinderat und Auch die 4 Jugendlichen, bei der Informationsveranstaltung einige Tage zuvor, waren von den Vorstellungen äußerst angetan. Es geht weiter. Ein solcher Ort entsteht eben nicht über Nacht. Wir sind an dem Projekt dran!
Auch das Haus der Jugend und Vereine in der Kuftenstraße ist ein wichtiger Baustein. Der Gemeinderat unterstützt das private Vorhaben, die Sanierung des historischen Gebäudes mit 70.000 Euro. Dort sollen Räume für Vereine, Initiativen sowie Kinder und Jugendliche entstehen, mit modernstem und digitalem Buchungssystem.
Eine moderne Stadt braucht eine moderne Verwaltung. Seit Januar verstärkt Theresa Lanzinger als Digitalisierungsbeauftragte unser Team. Sie koordiniert die unterschiedlichen Projekte und bringt gemeinsam mit den Fachabteilungen neue Lösungen auf den Weg.
Ein Meilenstein, Das virtuelle Amt, ist bereits eingeführt, Services können nun komplett digital durchgeführt werden und wir bauen die Anzahl der Services stetig aus. Digitale Zahlungen sind über unsere Homepage möglich. Auch Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen können an der Abendkasse mobil und digital gekauft werden.
Auch wenn es für manche von Ihnen selbstverständlich ist, Wir arbeiten aktuell mit Hochdruck an einem digitalen Posteingang, an moderner Telefonie und an internen digitalen Arbeitsabläufen. –
Auch über die digitale Übertragung kommunalpolitischer Sitzungen werden wir in diesem Jahr beraten. Hier wird die Frage sein: Was ist es uns wert? Ein Blick in die Klimazukunft:
In Albeck testet unsere Stadtgärtnerei klimaresiliente Baumarten. Götterbaum, Lederhülsenbaum, Trompetenbaum, sollen zeigen, welche Arten künftig besser mit Hitze und Trockenperioden zurechtkommen.
Knapp 10.000 Bäume wachsen bereits auf kommunalen Flächen in Langenau. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung, speichern Wasser, verbessern die Luft und schaffen Lebensräume – auch für ungeliebte Tiere.
Doch ein Baum, der in 30 oder 50 Jahren Schatten geben soll, braucht heute genügend Platz für seine Wurzeln. Deshalb müssen wir bereits bei der Planung und beim Tiefbau an die Zukunft denken.
Andere sprechen noch über Klimaschutz. Wir setzen ihn vor Ort konkret um – mit Bäumen, Biotopen, Photovoltaik, Windenergie, Gewässerentwicklung und eben dieser vorausschauenden Planung.
Die Biotopverbundplanung bspw. entwickelt Vorschläge, um Lebensräume miteinander zu vernetzen. Im württembergischen Donauried hat der neue Beirat für Moornutzung und Moorschutz seine Arbeit aufgenommen. Eine Bewerbung um ein Leuchtturmprojekt für unsere Region wird aktuell vorbereitet.
Auch der ökologische Zustand der Nau beschäftigt uns. Die fehlende Durchgängigkeit für Fische, Schlammeinträge und Belastungen bei Starkregen zeigen, dass eine Verbesserung nur durch ein langfristiges Maßnahmenpaket erreicht werden kann.
Mit dem geplanten Retentionsbodenfilter an der Kläranlage werden Einträge aus Regenüberlaufbecken zudem deutlich reduziert. Es ist meine dritte Kinderfestrede, bei dem ich für den Retentionsbodenfilter werbe, daran erkennt man, Millionenprojekte werden nicht über Nacht geboren.
Ein weiteres bedeutendes Projekt nimmt am Wasserwerk Gestalt an. Auf rund 20 Hektar entsteht gemeinsam mit der Landeswasserversorgung und der GVL ein Solarpark mit einer Leistung von bis zu 22,5 Megawatt. Die Energie soll insbesondere für die Aufbereitung und den Transport unseres Trinkwassers genutzt werden. Wir unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien grundsätzlich. Gleichzeitig erwarten wir, dass Abstände, Schall, Schattenwurf, Natur- und Landschaftsschutz sowie die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger ernst genommen werden.
Klimaschutz und Naturschutz braucht Akzeptanz. Und Akzeptanz entsteht durch Transparenz, Beteiligung und nachvollziehbare Entscheidungen – wie beim Thema Saatkrähen: Aus einigen Straßen erreichten uns Beschwerden über Lärm und Verschmutzung. Die Stadt nimmt Sie ernst. Zugleich stehen Saatkrähen unter besonderem Artenschutz. Nicht jede naheliegende Maßnahme ist rechtlich zulässig oder fachlich sinnvoll. Die Verwaltung sucht deshalb gemeinsam mit den Fachstellen nach rechtssicheren und wirksamen Lösungen.
Manchmal zeigt sich kommunale Arbeit eben darin, dass man gleichzeitig den Menschen, den Bäumen und den Krähen gerecht werden soll. Das ist anspruchsvoll – und die Krähen beteiligen sich erfahrungsgemäß nur begrenzt an der Lösungsfindung.
Unsere Innenstadt ist das Herz von Langenau. Sie soll ein Ort sein, an dem wir einkaufen, uns begegnen und gerne Zeit verbringen.
Mit der Innenstadtoffensive haben Verwaltung, Gemeinderat, Handel, Gastronomie, Kultur und Bürgerschaft gemeinsame Ziele entwickelt.
Seit Januar unterstützt Michael Schuhmacher als Projektbeauftragter die weitere Entwicklung. Er soll Akteure vernetzen, Projekte strukturieren und ein Impulsteam für die Innenstadt aufbauen. Er erhielt großes Lob beim Ziehern der Zwischenbilanz in der letzten Beratung.
Die LaMeTa des GHV brachte im Mai mehr als 60 Ausstellende und viele Tausend Gäste in die Innenstadt. Die Ehrenamtsbörse zeigte, wie vielfältig das Engagement in Langenau ist.
Die neu konzipierten Märkte bündeln Angebote stärker. Frühlingsmarkt, Herbstmarkt und Weihnachtsmarkt erhalten klarere Profile. In diesem Jahr ermöglicht die Stadt erstmals drei verkaufsoffene Sonntage. Das ist ein starkes Zeichen für unseren örtlichen Handel. Wir ermöglichen es.
Der Wettbewerb mit dem Online-Handel, verändertes Einkaufsverhalten, steigende Kosten und Leerstände, Rezession, stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen. Deshalb ist mir wichtig, noch stärker in den unmittelbaren Austausch mit unseren Gewerbetreibenden zu gehen. Ich freue mich über Einladungen in die Betriebe und werde ab diesem Jahr auch selbst proaktiv auf Unternehmerinnen und Unternehmer zugehen. Ich möchte erfahren: Wie geht es den Betrieben? Wo liegen ihre konkreten Herausforderungen? Wie kann die Stadt unterstützen?
Eine starke örtliche Wirtschaft ist nicht nur für Arbeitsplätze und Ausbildung wichtig. Sie trägt wesentlich dazu bei, dass wir unsere kommunalen Aufgaben überhaupt finanzieren können.
Natürlich ist es grundsätzlich möglich, zur Verbesserung der Einnahmen die Gewerbesteuer zu erhöhen, die Verpackungs- oder die Bettensteuer einzuführen.
Meine Haltung ist jedoch klar: Bevor wir zusätzliche Belastungen für unsere Unternehmen beschließen, müssen wir zuerst bei uns selbst genau hinsehen.
Wir müssen unsere Strukturen, Standards, Prozesse, freiwilligen Leistungen und Ausgaben transparent auf den Tisch legen. Nicht jeder Prüfauftrag muss am Ende zu einer Kürzung führen. Nicht alles, was diskutiert wird, muss anschließend beschlossen werden.
Aber alles, was finanzielle Auswirkungen hat, muss offen betrachtet und ehrlich bewertet werden dürfen. Erst wenn wir selbst konsequent geprüft haben, wo Veränderungen möglich und verantwortbar sind, können wir glaubwürdig über zusätzliche Belastungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sprechen.
Nicht jedes bestehende Angebot kann dabei dauerhaft fortgeführt werden. Das Carsharing-Angebot nauMobil endet im Herbst. Die Kosten für die Stadt wären von rund 17.000 Euro auf fast 95.000 Euro jährlich gestiegen, während die Zahl der Buchungen zurückging.
Gute Politik zeigt sich nicht nur darin, neue Angebote zu schaffen. Sie zeigt sich auch darin, Angebote ehrlich zu überprüfen und Entscheidungen nachvollziehbar zu erklären. Auch Perspektiven aufzuzeigen.
Am Bahnhof gibt es für den alten Güterschuppen eine neue Perspektive. Der Gemeinderat hat das Grundstück an die Steinofenbäckerei Bopp vergeben. Das historische Gebäude soll behutsam saniert und zu einem Bäckerei- und Gastronomiestandort mit Café-Charakter entwickelt werden.
Das wird dem Bahnhofsbereich neue Aufenthaltsqualität geben, die Bauzäune um unsere denkmalgeschützte Ruine werden dem Duft von frisch gebackenem Hefezopf weichen! Können Sie es riechen?
Beim Wieseler-Haus am Marktplatz sieht die Lage dagegen derzeit anders aus. Trotz Konzeptvergabe hat sich bislang kein geeigneter Interessent gefunden. Und die Wasserstraße ist trotz Beschluss des Gemeinderates immer noch keine Fußgängerzone. Auch das gehört zur Wahrheit kommunaler Entwicklung: Nicht jedes Projekt findet sofort eine Lösung. Wir werden weiter nach einer tragfähigen Perspektive suchen.
Mit Kiesgräble III erschließen wir rund 13,5 Hektar neue Gewerbeflächen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollen dort Raum für Erweiterung oder Neuansiedlung finden. Nur um es klarzustellen: Bewerben kann sich jeder auf baupilot.com, das Bewerbungsverfahren läuft aktuell noch bis August. Dann erst beginnt der Auswahlprozess.
Wohnraum bleibt ebenfalls eine zentrale Aufgabe. Die Planungen für Rücken-Süd, Siegelesweg und weitere Flächen werden fortgeführt.
Mit dem Ausbau und der Elektrifizierung der Brenzbahn wird eines der größten Verkehrsprojekte unserer Region geplant, für Langenau bedeutet dies langfristig leisere und klimafreundlichere Züge, dichtere Verbindungen und bessere Anschlüsse nach Ulm, Heidenheim und Aalen.
„Die Krankenhausreform wir die medizinische Versorgung in Deutschland maßgeblich verändern – auch im Alb-Donau-Kreis. Gesetzt ist vom Kreistag der Neubau des Klinikums in Ehingen, verbunden mit ganz erheblichen Investitionen. Langenau soll künftig als sektoremübergreifende Versorgungseinrichtung weitergeführt werden. Die ambulante Rheumatologie bleibt vorerst am Standort. Eine klare Aussage zur langfristigen medizinischen Versorgung wird entwickelt, liegt noch nicht vor.
Im Alb-Donau-Kreis galt zur medizinischen Versorgung immer ein wechselseitiges Bekenntnis, einerseits eine solidarische Finanzierung durch alle kreisangehörigen Gemeinden, andererseits durch den Kreis die Sicherstellung einer guten- und wohnortnahen medizinischen Versorgung, im Westen, Norden und auch Osten. Die Menschen in Langenau erwarten das auch für die Zukunft.“
Brenzbahnausbau und Krankenhausneubau sind zwei Großprojekte, die unseren Landkreis in den kommenden Jahren prägen werden.
Auch unsere eigene Infrastruktur verlangt erhebliche Investitionen:
Die Feuerwehren erhielten ihr neues LF 10, einen neuen Einsatzleitwagen, in Albeck eine neue Abteilungsführung – Herr Bosch und Herr Schröder – herzlichen Glückwunsch . Es folgt der Kommandowagen, mehrere Mannschaftstransportwägen, eine neue Drehleiter, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und weiterhin technische Ausstattung auf höchstem Niveau.
Das Feuerwehrhaus in Göttingen soll erweitert werden, eine riesige Investition für unseren Teilort! Ein starkes Zeichen für unsere Feuerwehr Und gleichzeitig die Festlegung der Priorität vor möglichen anderen Großprojekten.
Unsere Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner übernehmen bei Einsätzen, Übungen und Ausbildungen Verantwortung für uns alle. Dieses Engagement verdient höchsten Respekt!
In Langenau wird Demokratie gelebt. Im März haben die Bürgerinnen und Bürger einen neuen Landtag gewählt.
Die hohe Wahlbeteiligung zeigt, dass viele Menschen bereit sind, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen. Demokratie endet jedoch nicht am Wahltag. Sie lebt davon, dass wir uns informieren, miteinander diskutieren, unterschiedliche Positionen aushalten.
Mit unserer Woche der Demokratie haben wir im vergangenen Jahr ein wichtiges Zeichen gesetzt. Ausgangspunkt war eine schwierige Situation. Wiederholte Störungen, hatten unser Zusammenleben belastet.
Doch aus dieser Situation ist etwas Großes entstanden. Die Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“, der Vortrag zur Streitkultur, Gespräche und Begegnungen haben viele Menschen erreicht. Die Beteiligung war lebhaft. Diese Woche soll deshalb keine einmalige Reaktion bleiben. Sie kann zu einem festen Ort für politische Bildung, Begegnung und demokratische Auseinandersetzung werden.
Demokratisches Verständnis darf nicht nur so lange gelten, wie Entscheidungen dem eigenen Verständnis und den eigenen Erwartungen entsprechen. Demokratischer Streit ist notwendig. Aber er braucht Respekt.
Es ist möglich, eine andere Meinung für falsch zu halten und dennoch das Recht des anderen auf diese Meinung zu achten.
Niemand besitzt das alleinige Recht auf Wahrheit. Und niemand darf einem anderen Menschen das Recht absprechen, anders, eigenständig und vielfältig zu sein. Und es ist wichtig, dass wir das auch an unseren Schulen lehren.
Denn die Grenzen demokratischer Toleranz sind dort erreicht, wo Menschen bedroht werden, wo Gewalt angewendet wird, wo Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit verbreitet werden oder wo anderen ihre Grundrechte abgesprochen werden.
Mit dem Chanukka-Lichterfest haben wir gemeinsam ein sichtbares Zeichen gesetzt. Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen, christlichen und muslimischen Glaubensgemeinschaften standen miteinander für Toleranz, Respekt und friedliches Zusammenleben ein.
Auch unsere Patenschaft mit der 7. Kompanie des Sanitätsregiments 3 „Alb-Donau“ ist Ausdruck gesellschaftlicher Verbundenheit. Im März marschierten Soldatinnen und Soldaten zum Gedenken an die Gefallenen und Verwundeten des Karfreitagsgefechts von Dornstadt nach Langenau. Wir würdigen Menschen, die Verantwortung für die Sicherheit unseres Landes übernehmen, und wünschen ihnen, dass sie von ihren Einsätzen stets gesund zurückkehren.
Demokratie wird für die Menschen besonders unmittelbar in den Städten und Gemeinden erlebbar. Doch die finanzielle Situation der Kommunen ist dramatisch.
Langenau kann, wie viele andere Städte und Gemeinden, seinen Haushalt nicht mehr aus eigener Kraft strukturell ausgleichen.
Der Haushalt 2026 weist im ordentlichen Ergebnis im Planansatz ein Defizit von 4,84 Millionen Euro auf, verschlechtert sich im vorgestellten Zwischenbericht um 500.000 €. Nur einmalige Einnahmen aus Grundstücksverkäufen verhindern ein negatives Gesamtergebnis.
Gleichzeitig steigt allein die Kreisumlage gegenüber dem Vorjahr 2025 um rund 1,5 Millionen Euro, der Krankenhausneubau der nächsten Jahre findet dabei keine Berücksichtigung.
Wir werden in den kommenden Jahren Kredite aufnehmen müssen. Unsere bisher vergleichsweise geringe Verschuldung wird deutlich anwachsen.
Gemeinderat und Verwaltung haben deshalb 2025 bereits eine Konsolidierung eingeleitet und setzen Prioritäten, ermitteln weitläufige Sparpotentiale, gehen strukturelle Missstände an und überlegen weitere Einnahmequellen – zumindest gedanklich, denn die Umsetzung –fällt dann nicht mehr so leicht.
Denn immer wenn es um die strukturellen und konkreten Veränderungen geht, wird es Gegenstimmen geben. Und dann ist es wichtig, nicht wie Fliegen umzufallen, sondern zu seinen Worten zu stehen und es auszuhalten, es zu erklären. Am Ende gibt es keine Gewinner, wenn eine Haushaltssperre erlassen wird.
Und deswegen war es auch schön, dass beim bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“ hat unser Gemeinderat über Fraktionsgrenzen hinweg ein starkes Zeichen gesetzt. Diese Geschlossenheit war wichtig. Unsere Forderung an Bund und Land ist verbindlich, aber klar: Wer den Kommunen neue Aufgaben überträgt, muss für eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung sorgen.
Die neue Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, nach der der Bund bei künftigen Gesetzen einen größeren Teil der Kosten übernehmen soll, ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Sie löst aber nicht die bestehenden Defizite und berücksichtigt auch nicht sämtliche Kosten, die durch Bundes- und Landesentscheidungen auf kommunaler Ebene entstehen.
Starke Demokratie braucht starke Kommunen. Wir brauchen vor Ort Handlungsspielraum für Bildung, Betreuung, Vereinsförderung, Mobilität, Sicherheit und Demokratiebildung.
Wir brauchen Handlungsspielraum beim Umgang mit illegalen Müllablagerungen, wir benötigen bessere rechtliche Möglichkeiten. Wir halten an der Prüfung einer Videoüberwachung besonders belasteter Containerstandorte fest und warten auf die angekündigten gesetzlichen Erleichterungen. Und es gibt auch gute Nachrichten zum Thema Müll: Das neue Entsorgungszentrum in der Benzstraße bietet inzwischen moderne und komfortable Möglichkeiten zur Abgabe zahlreicher Wertstoffe. Und besonders praktisch; es gibt dort auch Gelbe Säcke.
Manchmal sind es eben nicht die großen Infrastrukturprogramme, die die Bürgerschaft am stärksten bewegen. Manchmal ist es die Frage, wo der Wertstoff abgegeben werden kann.
Abzugeben hat der Bund auch einiges: Für die kommenden Jahre stehen Langenau voraussichtlich rund 9,25 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur zur Verfügung. Das ist eine große Chance. Gemeinsam mit dem Gemeinderat und Ortschaftsräten wollen wir sorgfältig und transparent prüfen, wo der größte Bedarf besteht und welche Investitionen Langenau sowie die Teilorte langfristig am stärksten voranbringen.
Für die Sanierung der Pfleghofhalle hatten wir uns zusätzlich bei der sogenannten Sportmilliarde beworben. Rund 3.000 Anträge wurden bundesweit gestellt, nur etwa 300 Projekte erhielten eine Zusage. Langenau war leider nicht dabei. Das ist enttäuschend. Die Pfleghofhalle bleibt dennoch ein wichtiger Ort für Sport, Schule, Vereine und Begegnung. Wir werden weiter überlegen müssen, wie wir ihre Zukunft sichern können.
Nicht alles wird sofort möglich sein. Aber wir handeln verantwortlich, nutzen Förderprogramme und behalten wichtige Ziele im Blick.
Neben all den großen und ernsten Themen gab es auch Ereignisse, die auf besondere Weise in Erinnerung bleiben.
Eine Idee, über deren Erfolg ich mich persönlich sehr gefreut habe, war das Hundeschwimmen im nauBad. Nach dem Ende der Freibadsaison öffnete das Bad noch einmal – diesmal für Hunde und ihre Besitzerinnen und Besitzer.
Bei bestem Wetter tummelten sich zeitweise nahezu 100 Hunde im Becken und auf der Liegewiese.
Die Veranstaltung hat gezeigt: Manche Gäste brauchen keine Schwimmnudel, sondern bringen ihren eigenen Hundepaddel-Stil bereits mit. Die Idee ist hervorragend angekommen. Hoffentlich wird es eine Wiederholung geben.
Ein besonderes Gemeinschaftserlebnis war auch die Sprengung der Kühltürme des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen. Rund 100 Langenauerinnen und Langenauer, viele Familien kamen auf meine Einladung zum Wichtelweg nach Göttingen, um den historischen Moment gemeinsam zu beobachten. Kurz vor der Sprengung zog allerdings dichter Nebel auf. Von den 160 Meter hohen Türmen war nichts mehr zu sehen. Wir hörten auch kein dumpfes Grollen – und dann war alles vorbei.
Es war vermutlich die erste öffentliche Beobachtungsveranstaltung, bei der niemand etwas beobachten konnte und trotzdem alle irgendwie zufrieden nach Hause gingen.
Der Moment zeigte dennoch, dass unsere Region sich verändert: weg von der Kernenergie und hin zu neuen Formen der Energieerzeugung und Verantwortung.
Verantwortung ist ein wichtiges Element in Langenau, Neben meinem Amt als Bürgermeisterin darf ich als Vorsitzende der Initiative „Du & Ich – für Menschen in Not“ erleben, wie groß die Hilfsbereitschaft in Langenau und der Region ist. Unsere Arbeit ist nur durch Spenden möglich. Dabei sind die Ideen der Unterstützerinnen und Unterstützer bemerkenswert kreativ.
Beim Big-Bottle-Charity-Event im Adler in Rammingen werden große Weinflaschen für den guten Zweck geöffnet.
Mitarbeitende der EnBW ODR wandeln Überstunden in Spenden um.
Bei der Zimmerei Dürr ging es mit einem Hubfahrzeug in 25 Meter Höhe auf der LaMeTa, wobei jede Fahrt eine Spende erbrachte.
Andere grillen Würste, gestalten Adventskalender, organisieren Aktionen oder spenden anlässlich persönlicher Feste.
Meine Damen und Herren,
unser heutiges Kinderfest trägt in vielen Bereichen die Handschrift eines Menschen, der nicht mehr unter uns ist. Edwin Köperl ist im vergangenen November unerwartet verstorben.
Nur ein Jahr zuvor durften wir ihn an dieser Stelle nach nahezu 40 Jahren im Dienst der Stadt in den Ruhestand verabschieden. Niemand von uns hätte damals gedacht, dass dieser Abschied so endgültig sein würde. Es verbindet für mich eine sehr persönliche Erinnerung mit seinem Lebenswerk und mit dem Fest, das er über so viele Jahre geprägt hat. Lassen Sie ihn uns in Gedanken an unserem Kinderfest-Wochenende unter uns sein.
Bevor wir in den geselligen Teil unseres heutigen Empfangs übergehen, möchte ich allen danken, die dieses Kinderfest möglich machen.
Mein Dank gilt den Kindern, die seit Wochen proben, basteln, üben und sich auf ihren Auftritt vorbereiten.
Ich danke unseren Schulen und Kindertagesstätten, den Schulleitungen und Einrichtungsleitungen, den Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften und Betreuungskräften.
Mein Dank gilt dem Kulturbüro für die Gesamtorganisation und die vielen Arbeiten, die für die Gäste meist unsichtbar bleiben, ein Dank an Frau Engemann und ihr Team.
Ich danke unserem Bauhof, der Stadtgärtnerei, der Wasserversorgung, den technischen Diensten und den Facility Managern. Sie bauen auf, sichern, reinigen, transportieren und sorgen dafür, dass das Festgelände funktioniert.
Ich danke unserer Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, den Sicherheitskräften und allen, die im Hintergrund für einen sicheren Ablauf sorgen.
Mein Dank gilt der Fairtrade-Gruppe für den Ausschank, dem Musikverein Langenau der Stadtkapelle und den Nauspatzen für die wunderbare musikalische Umrahmung. Nach seinem eindrucksvollen Jubiläumsjahr wissen wir noch mehr, welche Kraft Musik entfalten kann: Sie verbindet Menschen, Generationen und Kulturen.
Ich danke der HSG Langenau/Elchingen für die Bewirtung und allen, die heute Abend und am gesamten Festwochenende für das leibliche Wohl unserer Gäste sorgen.
Und ich danke unseren Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung, und der Ortsverwaltungen, Bauhof, Stadtgärtnerei, allen Betrieben die durch ihre tägliche Arbeit, durch ihre vielfältigen Ideen, durch Einsatz dafür sorgen, dass ich hier was zu erzählen habe.
Liebe Gäste,
650 Jahre Stadterhebung erinnern uns daran, dass wir Teil einer langen Geschichte sind.
Viele Generationen vor uns haben Langenau aufgebaut, verändert und weitergegeben. Auch wir schreiben heute Geschichte. Wir schreiben sie mit den Entscheidungen, die wir treffen. Wir schreiben sie mit der Art, wie wir miteinander umgehen. Und vor allem schreiben wir sie durch das, was wir unseren Kindern ermöglichen. Deshalb passt das Motto unseres Kinderfestes so gut:
„Wir machen Geschichte lebendig.“
Geschichte lebt nicht nur in Museen und Büchern. Sie lebt in den Erinnerungen der älteren Generation, in den Ideen von heute und morgen.
Ich lade Sie herzlich zum Kinderfestumzug am morgigen Samstag ein. Der Umzug beginnt um 13:30 Uhr in der Freistegstraße.
Genießen Sie das Kinderfest, die Aufführungen, die Spielstraße, den Autoscooter, die Musik und die vielen Begegnungen.
Ich wünsche Ihnen an diesem Wochenende etwas, das in unserem Alltag immer wertvoller wird:
Zeit.
Zeit, alte Bekannte zu treffen.
Zeit für Gespräche, für Lachen und für unbeschwerte Augenblicke.
Zeit, unseren Kindern zuzusehen und sich von ihrer Freude anstecken zu lassen oder -was auch manchmal vorkommt- von ihrer Miesepetrigkeit nicht beirren zu lassen.
Bevor wir jedoch endgültig in den geselligen Teil des Abends übergehen, wird die Stadtkapelle zunächst das „Langenauer Zeitzeichen“ spielen.
Anschließend hören wir gemeinsam „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“. Sie sind eingeladen mitzusingen. Nach diesem zweiten Musikstück ist der offizielle Teil unseres heutigen Kinderfestempfangs beendet. Die Stadtkapelle erweist uns die Freude, uns noch weitere etwa 30 Minuten mit Musikstücken zu bereichern. Vielen Dank für dieses Novum!
Sie, liebe Gäste, dürfen dann selbstverständlich aufstehen, sich bewegen, ein Getränk holen und miteinander ins Gespräch kommen. Ich freue mich sehr auf einen fröhlichen und ungezwungenen Austausch mit Ihnen.
Und sollte Ihnen meine Rede trotz aller Bemühungen wieder zu kurz vorgekommen sein: Schauen Sie regelmäßig in unsere HeimatRundschau und auf unseren social Media Kanälen.
Dort finden Sie noch viele weitere Informationen darüber, was in Langenau geschieht, welche Projekte vorangehen und was unsere Stadt bewegt.
Bleiben Sie interessiert, bringen Sie sich ein und gestalten Sie unsere Stadt mit.
Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und ganz besonders unseren Kindern ein fröhliches, friedliches und wunderschönes Kinderfest 2026.
Vielen Dank.
Langenau ist immer einen Besuch wert – und heute spüren wir das ganz besonders, insbesondere, wenn zu unserem Kinderfestempfang die Nauspatzen spielen. Vielen lieben Dank an die Nauspatzen – das Kinderblasorchester, unter der Leitung von Sebastian Schwarz, eine Kooperation zwischen Musikverein und Verbandsmusikschule. Vielen Dank für diesen großartigen Auftakt.
Das traditionelle Kinderfest verleiht unserer Stadt an diesem Wochenende wieder jenen Charme, der das Leben hier so angenehm und menschlich macht. Wer hier lebt, weiß, wovon ich spreche – und heute wird das einmal mehr spürbar. Ich heiße Sie alle herzlich willkommen – besonders unseren Ehrenbürger und Bürgermeister a. D. Wolfgang Mangold, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Alb-Donau-Kreises sowie die stellvertretende Geschäftsführerin des Verwaltungsverbandes, Margarete Bohner. Ebenso begrüße ich die Mitglieder des Gemeinderats und der Ortschaftsräte sowie die Ortsvorstehenden aus Albeck, Göttingen und Hörvelsingen.
Sehr geehrte Gäste, Ihre Anwesenheit – aus Langenau und von außerhalb – zeigt: Dieses Fest verbindet.
Das Kinderfest hat eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1535 zurückreicht. Damals wurde es als „Schulertanz“ gefeiert – ein fröhliches Maienfest mit Gottesdienst. Ein Geistlicher hatte die Idee, auch den Kleinsten, die noch nicht beten konnten, ein eigenes Fest zu schenken – mit Tanz, Musik und Freude. Über Jahrhunderte hinweg wurde es im Burghof unter alten Linden gefeiert. Seit 1884 hat das Kinderfest seinen festen Platz auf der Reutte.
Zum siebten Mal feiern wir heute Abend den Kinderfestempfang, traditionell am Freitag vor dem großen Umzug. Wie in jedem Jahr organisieren unsere Schulen den Festumzug – abwechselnd und mit einem Motto. In diesem Jahr steht alles unter dem Motto „Hörbar. Tanzbar. Wunderbar. Musik.“ – inspiriert durch das 100-jährige Jubiläum des Musikvereins Langenau. Ein Motto, das passt: Musik bewegt uns, verbindet uns – und prägt dieses Fest wie kein anderes Element.
Doch während wir hier feiern, dürfen wir den Blick nicht abwenden von dem, was in der Welt geschieht. Die internationale Lage ist angespannt.
Die Machtverhältnisse verschieben sich, neue Allianzen wie BRICS+ gewinnen an Bedeutung, während alte Strukturen brüchiger werden. Zugleich stellt uns die Klimakrise vor enorme Herausforderungen – Wasserknappheit, Extremwetter, Klimamigration: Besonders betroffen sind Regionen mit ohnehin fragiler Stabilität – in Afrika, Südasien, Lateinamerika. Gleichzeitig entstehen neue Partnerschaften im Bereich grüner Technologien. Wirtschaftlich stehen wir vor einer schwierigen Gemengelage: Die Erholung nach der Pandemie wird gebremst durch hohe Staatsverschuldung, gestörte Lieferketten und eine weltweit spürbare Inflation, angetrieben vor allem durch schwankende Energiepreise. Auch die fortschreitende Digitalisierung verlangt klare Regeln. Diskussionen über künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Datenschutz sind längst globale und politische Fragen – mit Auswirkungen auf unser tägliches Leben.
Besonders bedrückend sind die vielen bewaffneten Konflikte. Sie führen uns täglich vor Augen, wie zerbrechlich Frieden ist. In Gaza ist die Lage dramatisch. Die WHO warnt vor einer Hungerkatastrophe, ein Viertel der Menschen lebt unter hungernotähnlichen Bedingungen. Die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen, unzählige Kinder sind seit Jahresbeginn an Mangelernährung gestorben. Hilfsorganisationen fordern die vollständige Wiederaufnahme der Lieferungen – doch sie werden blockiert. Auch die Spannungen zwischen Israel und Iran haben sich gefährlich verschärft. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert nun über drei Jahre an. Die Fronten sind verhärtet, Städte zerstört, Millionen Menschen auf der Flucht. In Afrika toben erbitterte Konflikte: Im Sudan hat der Bürgerkrieg über 150.000 Menschen das Leben gekostet, in Somalia wird die Bevölkerung terrorisiert und in der Demokratischen Republik Kongo kämpfen Rebellengruppen um Rohstoffe, während Zivilisten leiden. Myanmar befindet sich seit dem Putsch 2021 im offenen Bürgerkrieg, besonders ethnische Minderheiten sind betroffen. In Äthiopien eskaliert die Gewalt in der Region Amhara mit ethnischen Vertreibungen und Menschenrechtsverletzungen.
Auch in Ostasien ist die Lage fragil. Die Beziehungen zwischen China und den USA verschärfen sich, vor allem im Hinblick auf Taiwan. Nordkorea provoziert mit Raketenstarts, die USA und Südkorea reagieren – ein gefährliches Spiel mit offenem Ausgang. Und selbst in den USA selbst wirft die innenpolitische Lage Fragen auf. Der Kurswechsel in internationalen Organisationen wie der UNESCO – all das verunsichert die Weltgemeinschaft.
Inmitten all dessen erinnern wir uns in Langenau an einen erschütternden Moment unserer eigenen Geschichte: Vor 80 Jahren, wurde der französische Zwangsarbeiter Francis Bioret öffentlich auf dem Marktplatz von der SS erhängt – nur wenige Tage vor Kriegsende. Heute erinnern wir mit einem stillen Mahnmal an ihn – seine Schuhe, in Bronze gegossen, sind ein eindringliches Symbol, 80 Jahre nach Kriegsende. In diesem Zusammenhang ehrten wir Michael Döhmann, der mit seinem künstlerischen Schaffen und seiner literarischen Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Erinnerungskultur in Langenau leistet. Für sein Engagement danken wir ihm herzlich.
Diese Erinnerung mahnt uns: Demokratie, Freiheit, Frieden – sie sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen jeden Tag neu gelebt und verteidigt werden. Auch in Langenau erleben wir, wie aktuelle Spannungen bei uns ankommen: Anfeindungen im Umfeld von Gottesdiensten, antisemitische Schmierereien, herausfordernde Demonstrationen und Kundgebungen. Die Stadt hat zusammen mit Polizei, Kirchen und Land im Januar reagiert. In einem Fachgespräch mit dem Antisemitismusbeauftragten Dr. Michael Blume wurde deutlich: Unser Leitbild ist nicht für die Schublade, sondern unser Kompass. „Nie wieder ist jetzt“ – auch in Langenau.
Zugleich dürfen wir uns nicht spalten lassen. Die Chanukka-Feier am 26. Dezember war ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Rechtsstaatlichkeit. In der Woche der deutschen Einheit findet eine Ausstellung zur Demokratie statt und ich lade alle ein, jung und alt, ein Zeichen zu setzen.
In diesen bewegten Zeiten zählt unsere Haltung. Wer urteilt aus der Ferne, ohne den Dialog zu suchen, ohne alle Seiten zu hören, trägt nicht zur Lösung bei. Es braucht Sachlichkeit – in Politik, Verwaltung, auch und insbesondere in den Medien. Wir dürfen uns nicht treiben lassen von Schlagzeilen oder Empörung. Kompromisse sind keine Schwäche – sie sind die Stärke der Demokratie. Wer nur diffamiert, beschädigt das Fundament unseres Miteinanders.
Ich wünsche mir eine Debattenkultur, die von Respekt getragen ist. Und ich danke allen, die sich in diesem Geist engagieren – im Gemeinderat, in Vereinen, in der Bürgersprechstunde. Umso mehr freue ich mich über jede Begegnung, die zeigt: Langenau ist bunt, stark und wach. Und bereit, für das einzustehen, was uns wichtig ist.
Die politischen Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene führen uns vor Augen, wie sehr unsere Demokratie unter Druck steht. Bei der Bundestagswahl im Februar erzielte die AfD mit über 20 Prozent ihr bislang stärkstes Ergebnis. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ringt um Vertrauen. Und auch in Baden-Württemberg stehen wir 2026 vor einer richtungsweisenden Landtagswahl. Womöglich ein enges Rennen – zwischen CDU, Grünen und einer erstarkten AfD. Das alles macht deutlich: Es kommt auf uns alle an – auf unsere Haltung, auf unsere Stimme, auf unser Miteinander. Denn Demokratie beginnt nicht in Berlin – sie beginnt hier. In Langenau. Heute. Und jeden Tag aufs Neue, meine Damen und Herren.
Und von heute einen Blick zurück: Unsere Stadt blickt auf eine Geschichte zurück, die fast zwei Jahrtausende umspannt. Um 100 n. Chr. errichteten die Römer ein Kastell, aus dem sich schnell eine zivile Siedlung mit religiöser Bedeutung entwickelte. Später kamen die Alemannen, dann die Franken – und mit ihnen eine frühe Verwaltungsstruktur. Der Name „Navua“ taucht 1003 erstmals in einer Urkunde auf. Schon früh wurde Langenau zu einem Handelszentrum, 1301 erhielt es das Stadtrecht. Die Grafen von Württemberg machten die Stadt zu einem politischen Mittelpunkt. 1377 ging Langenau an Ulm über, verlor damit zwar an Status, blieb aber wirtschaftlich bedeutsam – insbesondere durch die Landweberei. Zum 650-jährigen Stadtjubiläum wird Wolfgang Mächlers Theaterstück über die Werdenberger Geschichte nun als Buch veröffentlicht – ein großes Dankeschön für diese kulturelle Aufarbeitung.
Ich freue mich außerdem, dass Langenau erneut den Titel „Fairtrade-Stadt“ für weitere zwei Jahre führen darf. Seit 2013 engagieren sich Bürgerinnen und Bürger, der Weltladen, Einzelhandel und Stadtverwaltung gemeinsam für fairen Handel. Mein besonderer Dank gilt der Steuerungsgruppe mit Renate Maier-Tayblum als Initiatorin, Roland Riedlinger, Renate Vögele, Andrea Thiemens, Sabine Junginger, Barbara Türk, Yvonne Georgy-Fieß, Sabine Tischer und Edwin Köperl.
Die Urkunde nehme ich mit Freude im Namen der Stadt entgegen.
Von Freude zu Trauer, denn mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod von Dekan i. Ruhestand Gotthilf Baumann erfahren. Er hat Langenau geprägt – als einer der Gründer der Initiative „Du und Ich“, dem Initiator der Glockenspende oder den Bau der Friedhofshalle. Ein volksnaher Mensch, der Menschen zusammengeführt hat. Wir sind ihm zu tiefem Dank verpflichtet. Und wir gedenken ihm einen Moment.
Gotthilf Baumann ist der Initiator unseres Turmfestes, und wie lebendig unsere Stadt durch ihn wurde, zeigte sich auch beim 18. Turmfest dieses Jahr: Zwei Tage volles Programm, Musik auf drei Bühnen, über 25 Vereine, kulinarische Vielfalt – trotz Hitze ein Fest voller Freude. Auch unser Kulturprogramm ist vielfältig: Im Pfleghof startet im Herbst ein starkes Programm mit Musik, Theater, Kabarett und Angeboten für Kinder oder eine magische Stadtteilführung in Albeck zeigen, wie wertvoll unsere Kulturarbeit – auch in den Teilorten – ist. Die neue Leitung des KulturBüros hat sich hervorragend eingearbeitet, einen großen Dank an Claudia Engemann.
Die StadtBücherei entwickelt sich weiter. Sie wird geschätzt, doch braucht es mehr Raum. Ein Lesecafé, ruhige Plätze, Gruppenräume – all das soll in die geplante Erweiterung einfließen. Ziel ist eine barrierefreie, zukunftsfähige Bücherei als echter Ort der Begegnung. Wir hoffen dabei auf Bundesförderung vielleicht. durch das Infrastrukturpaket – so wie einst bei der Sanierung des historischen Bahnhofs in Langenau.
Auch in unserer Innenstadt bewegt sich viel. Der klassische Einzelhandel verändert sich, doch wir packen es an – mit Projekten wie dem „Nau-Fenster“, Pop-up-Stores. Erste Ergebnisse liegen vor und bestimmen unser weiteres Handeln, weitere Projekte zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität folgen. Die Innenstadt-Offensive hat schon jetzt viel bewegt: der Poller in der Kirchgasse ist endlich installiert, neue Cafés, ein Friseur, ein Hundesalon – es tut sich was in unserer Stadt und das verdanken wir auch unserer Wirtschaftsförderung und dem Stadtmarketing. Wir lassen Start-ups und Menschen mit Ideen nicht im Regen stehen, sondern unterstützen tatkräftig wo es geht. Bei uns gibt es keine leeren Worthülsen über Respekt, Lippenbekenntnisse und Fingerzeige, wir packen es wirklich an und connecten Menschen: unterstützen bei rechtlichen Fragen und Raumsuche, Wirtschaftsdialog, Instagram-Schulung, Passantenbefragung begleiteten diesen Prozess.
Der Kirchplatz wird neu gedacht – ein Ideenwettbewerb wird uns Möglichkeiten aufzeigen, die Wasserstraße wird attraktiver und verkehrsberuhigter gestaltet, die Hasenstraße sicherer gemacht – vor allem für unsere Schülerinnen und Schüler. Und ja, auch Dinge wie wilder Müll oder Saatkrähen ärgern uns – wir bleiben dran, mit Geduld, Aufklärung und Pragmatismus.
Unsere Buchhandlung wurde als beste Deutschlands ausgezeichnet – ein starkes Zeichen für gelebte Lesekultur und ein echter Antrieb für unsere Stadt und Innenstadt und die vielen Kooperationen zwischen Stadt, Buchhandlung und Volkshochschule.
Beim Thema Mobilität setzen wir Zeichen: Der neue Radring ist eröffnet, Langenau hat beim STADTRADELN mit 100.000 Kilometern den ersten Platz belegt. Unser Bahnhof wird zum Zukunftsbahnhof mit WLAN, Kunst, besseren Wartebereichen und mehr Begrünung. Und wir senden ein klares Signal in die Region: Mit dem Beschluss, uns an den Planungskosten der Brenzbahn zu beteiligen – ganz ohne Deckelung.
Wir gestalten eine Stadt, in der Zukunft, Lebensqualität und Identität zusammenfinden – wirtschaftlich, kulturell, sozial. Und das geht nur gemeinsam. Jeder leistet seinen Beitrag.
Ein bedeutender Meilenstein für unseren Wirtschaftsstandort ist der Neubau des hochmodernen Winkler-Zentrallagers mit 300 neuen Arbeitsplätzen. Dieses Projekt stärkt Langenau wirtschaftlich, überzeugt auch durch eine nachhaltige Bauweise mit Photovoltaik und Dachbegrünung.
Unsere Teilorte Albeck, Göttingen und Hörvelsingen sind feste Säulen der Stadt – mit Charakter, Geschichte und eigener Dynamik. Um sie weiter zu stärken, erhalten sie ab 2026 ein digitales Ratsinformationssystem. Damit können sich Bürgerinnen und Bürger künftig schnell und einfach online informieren – auch über die Windkraft.
Seit der Eingemeindung 1972 wurden die Finanzmittel zentral verwaltet. Um bürgerschaftliches Engagement und kommunale Mitgestaltung vor Ort gezielt zu fördern, habe ich mich stark gemacht für die Einführung eines Ortsteilbudgets und der Gemeinderat beschloss – jährlich 19.000 Euro stehen seither den Teilorten zur Verfügung. Eine Entscheidung, die Gestaltung ermöglicht, Nähe schafft und Verantwortung stärkt.
In Göttingen blicken wir indes auf 800 Jahre Geschichte zurück. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1225, indirekt reicht sie wohl bis in die 1140er-Jahre zurück. Ich gratuliere Claudia Schwarz zu ihrer Wahl als Ortsvorsteherin – ein bedeutender Einstieg in die kommunale Familie, gleich verbunden mit großen Themen wie dem geplanten Windpark Göttingen–Thalfingen. Einen guten Start in Ihr Amt.
Mein Dank gilt auch den Stellvertretenden Ortsvorstehenden, Daniel-Jan Wagner und Iris Bauer, die in den letzten Monaten feste angepackt haben.
Bedeutend ist auch die umfassende Sanierung der Göttinger Martinskirche – mit neuen Fenstern, moderner Heiztechnik und hellem Holz erstrahlt sie in neuem Licht. Besonders hervorzuheben ist das Engagement von Pfarrerin Ahlers, die selbst im Ruhestand weiterhin Gottesdienste gehalten hat – ein Zeichen tiefer Verbundenheit.
Das Göttinger Dorffest bietet ein buntes Programm in diesem 800.-Jubiläumsjahr. Auch beim Thema Wohnen gibt es Fortschritte in Göttingen: Drei Bauplätze in Göttingen wurden vergeben – unter 53 eingehenden Bewerbungen.
In Albeck stand das 50-jährige Jubiläum der Kindertagesstätte im Mittelpunkt. Die Einrichtung hat sich zu einem modernen Bildungsort entwickelt – mit Krippenausbau, herausfordernden Übergangslösungen und dem Neubau 2016. Gefeiert wurde mit Tombola, Märchenerzählerin und Rollenbahn – ein großes Dankeschön an Leitung Ramona Thumm, das engagierte Team, den Elternbeirat und Ortsvorsteher Walter Wiedenmann, der 2024 in seinem Amt bestätigt wurde. Herzliche Grüße in seinen wohl verdienten Urlaub.
Die Stadtentwicklung in Albeck nimmt weiter Fahrt auf, insbesondere durch unseren Ortsvorstehenden. Mit den Bebauungsplänen Rücken-Süd und Siegelesweg schaffen wir Raum für Ein- und Mehrfamilienhäuser und Gewerbe– und auch für eine mögliche Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts. Die geplanten Maßnahmen an der Steige umfassen vier Teilbereiche: Ortseingang, Schlossblick, Stäffelesweg mit Wasserleitung und Stadtmauer. Der Straßenverkehr wurde in der Osterstetter Straße vor der Kita Albeck beruhigt mit Kreisverkehr und Fußgängerfurt– ein Gewinn für alle Verkehrsteilnehmenden.
Ein kulturelles Highlight bot das Konzert „Ein Lied geht um die Welt“ mit Veronika Elisabeth Bonfig und Andreas Schulz in Albeck – ermöglicht durch das neue Ortsteilbudget. Wir freuen uns, wenn das Ortsteilbudget weiter für die Dorfgemeinschaft verwendet wird.
In Hörvelsingen wurde Martina Röscheisen als Ortsvorsteherin bestätigt. Mit großem Herzblut hat sie die Dorfmitte mit Feuerwehrgebäude und MehrGenerationenHaus gestaltet – und ist nun treibende Kraft beim neuen Jugendtreff „Hennastall“. Ein ehemaliger Hühnerstall wird mit Jugendlichen und Eltern zu einem offenen Treffpunkt umgebaut. Fachfirmen übernehmen die zentralen Arbeiten, ehrenamtlich wird mit angepackt – 80 Prozent der förderfähigen Kosten trägt das LEADER-Programm. Die Fertigstellung steht kurz bevor, ein Nutzungskonzept wird gemeinsam mit der Jugendsozialarbeit erarbeitet. Vielen Dank Frau Röscheisen für Hand und Herz!
Auch touristisch entwickelt sich Hörvelsingen weiter. Das neue „Genusstäschle“ entlang des Genusswanderwegs bietet kulinarische Erlebnisse mit regionalen Produkten – organisiert vom Dorfladen, Stadtmarketing, der Brennerei, Pflugbrauerei und vielen anderen lokalen Partnern.
Diese Vielzahl an Projekten zeigt eindrucksvoll: Unsere Teilorte sind lebendig, kreativ und voller Einsatz. Sie bereichern unsere Stadt historisch, kulturell, sozial – und wir unterstützen diese Entwicklung mit ganzer Kraft.
Unsere Stadt lebt von den Menschen, die sie gestalten. Deshalb freue ich mich besonders, heute einige dieser engagierten Persönlichkeiten und Initiativen würdigen zu dürfen.
In das Buch der Stadt Langenau wurden im Jahr 2024 und 2025 eingetragen: Silas Ristl, Sportler in der Disziplin Kugelstoßen, Michael Döhmann, Künstler unseres Bioret-Mahnmals, Andreas Bichert – der einem Säugling das Leben rettete –, Leonie Müller als Vize-Europameisterin im Ranch Trail sowie Karl Manfred Erhardt, der sich um das Andenken an Gottlob Honold verdient gemacht hat. Diese Namen stehen für Mut, Engagement und Heimatliebe. Und sie stehen beispielhaft für viele stille Heldinnen und Helden unserer Stadt – für all jene, die nicht laut auftreten, sondern einfach handeln.
Ein besonderer Dank gilt Gudrun Eberhard – seit 1975 Übungsleiterin bei den Landfrauen, Organisatorin zahlreicher Bildungsfahrten, seit 24 Jahren Marktleiterin auf unserem Wochenmarkt. Sie hat über Generationen hinweg Verantwortung übernommen – Woche für Woche, Jahr für Jahr. Für dieses Lebenswerk danken wir ihr von Herzen mit der Landesehrennadel.
Auch unsere Vereine feiern Jubiläen: 125 Jahre Liederkranz Albeck – ein Verein, der über Generationen hinweg Stimmen und Menschen zusammengeführt hat. Die Landjugend Langenau feiert 75 Jahre gelebtes Engagement – Maibaumstellen, Heimatabende, 72-Stunden-Aktionen. Ebenso feiern die Landfrauen Albeck-Göttingen ihr 60-jähriges Bestehen – mit Frauenfrühstück, Bildungsreisen, Vorträge. Besonders hervorzuheben ist ihr Herzensprojekt: die Wiederaufnahme des Flachsanbaus am Öllinger Weg – mit viel Ausdauer und Leidenschaft umgesetzt. Auch die Kinderkirche feiert 150-jähriges Bestehen und es wurde bei einem wundervoll gestalteten Kindergottesdienst und anschließendem Ausklang gefeiert.
Ein weiteres Zeichen des lebendigen Miteinanders ist die Gedenktafel für Gottlob Honold, geboren 1876 in Langenau – Chefentwickler bei Bosch,
Auch unsere Feuerwehr steht für Verlässlichkeit und Zusammenhalt. Beim Hochwasser und Starkregen im August haben unsere Einsatzkräfte Großartiges geleistet. Mein Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden sowie den Hauptkommandanten Bosch und Henle und den Abteilungskommandanten Kreiß, Schuler, Köpf, Dauner. Einen großen Dank für Ihren Einsatz!
Vergangenes Jahr feierte die Abteilung Albeck ihr 150-jähriges Bestehen, in Göttingen wurde eine eigene Jugendfeuerwehr gegründet. Die nächste große Anschaffung, unsere neue Drehleiter, steht bevor.
Ich danke allen Ehrenamtlichen, Vereinsaktiven und Engagierten – Sie sind das Fundament einer lebendigen Stadt. Ihre Arbeit macht Langenau stark.
Auch im Bereich der Kinderbetreuung setzen wir Maßstäbe. Seit Jahren stellt Langenau sicher, dass jedes Kind einen Betreuungsplatz erhält. Das gelingt ohne Klagen, ohne Versorgungsengpässe. 13 von 14 Einrichtungen tragen das städtische Trägerzeichen, die Gesamtkostendifferenz der 14. Einrichtung tragen wir zu 100 %.
Seit 2013 ist die Zahl der Gruppen von 25 auf 41 gewachsen, die Personalkosten stiegen von 3,1 auf rund 11 Millionen Euro. Rund die Hälfte aller städtischen Personalkosten fließt in den Bereich Kinder, Jugend und Familie – bei einem Kostendeckungsgrad deutlich unter 20 Prozent. Das ist ein Kraftakt – aber ein notwendiger.
Und dennoch sei nicht ungesagt, dass wir uns als Kommune künftig mehr finanzielle Ausstattung wünschen, denn es sollte das Konnexitätsprinzip gelten: Wer bestellt, zahlt. Und hier sehen wir Land und Bund deutlich in der Verantwortung.
Die demografische Entwicklung stellt uns vor neue Herausforderungen: Die Kinderzahlen sinken, in Langenau wurden 2024/25 rund ein Drittel weniger Geburten verzeichnet als in den Vorjahren. Dieser Trend zeigt sich im gesamten Alb-Donau-Kreis – und bundesweit. Die Bedarfsplanung wurde im April vorgestellt – Ergebnis: Wir werden die Kita-Landschaft schrittweise anpassen müssen. Im Hinblick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler ab 2026/27 ist das eine besonders drängende Aufgabe.
Unsere Schulen stehen für ein hohes pädagogisches und bauliches Niveau. Wir investieren kontinuierlich – etwa in die Friedrich-Schiller-Realschule, die nach mutmaßlicher Brandstiftung energetisch modernisiert wird: neue Fenster, Dämmung, Brandschutz. Parallel läuft der Anbau an der Gemeinschaftsschule – ein Projekt mit über acht Millionen Euro Investitionsvolumen und Auswirkungen auf die Verbandsumlage. Auch die Außenbereiche an der Ludwig-Uhland-Schule und der Realschule sollen ganzjährig nutzbar gemacht werden – ganz ohne Matsch – gemeinsam mit Schulleitungen, Eltern, Lehrkräften und Schülern wollen wir noch dieses Jahr einen Planungsprozess in die Wege leiten.
Und wir nutzen neue gesetzliche Spielräume: Mit der Novellierung der StVO haben Kommunen mehr Möglichkeiten für Tempo 30. Wir wollen diesen Spielraum nutzen – für mehr Verkehrssicherheit in der Hasenstraße. Aber auch hier bringt jede Erleichterung neue Bürokratie: Ein Schulwegeplan muss erst erstellt werden. Wir bleiben dran.
Beim Thema Ganztagsbetreuung stehen strategische Entscheidungen bevor. Ab 2026/27 gilt der Rechtsanspruch – acht Stunden täglich, auch in den Ferien. Die Stadt prüft den Ausbau des Angebots – etwa an der Ludwig-Uhland-Schule, wo bereits rund 130 Kinder in Wahlform ganztägig betreut werden und Schulbildung genießen. Für nötige Umbauten, etwa in Albeck, sind Investitionen in der alten Schule eingeplant, um mehr Platz für die Kinder zu erhalten.
Was unsere Hallen betrifft: Die Sanierung der Pfleghofhalle ist für die kommenden Jahre vorgesehen. Für weitere Großprojekte – etwa die Bibliothekserweiterung oder die Zukunft des alten Krankenhauses – gilt es, die wirtschaftliche Entwicklung genau zu beobachten. Ein Blick über den Tellerrand zeigt: Die Nachbargemeinde Rammingen saniert ihre Heusteighalle für sechs Millionen Euro – bei nur rund 124.000 Euro Förderung aus dem Sportstättenprogramm. Dieses Verhältnis macht deutlich: Wir müssen künftig noch stärker auf das Machbare achten.
Ein besonders positives Zeichen für unsere demokratische Kultur ist der 8er-Rat – unser Jugendgremium. In diesem Jahr wurden gleich zwei Projekte vorgestellt: ein Grillplatz an der Fun Arena und die Neugestaltung des Jugendzentrums. Mit dem neuen Calisthenics-Park an der Daimlerstraße wurde bereits eine weitere Idee verwirklicht – ein Ort für Sport und Begegnung. Und im Herbst wird der Skate-Park im Gemeinderat vorgestellt: Voraussichtlich 800.000 € für unsere Jugendlichen. In Albeck, Göttingen und Hörvelsingen fanden Jugendversammlungen statt – in Hörvelsingen wird der „Hennastall“ als neuer Jugendtreff realisiert, in Göttingen ist das Jugendzentrum „Walhalla“ bereits wiedereröffnet. Der Bunker in Albeck wird ebenfalls aufgewertet. Wir arbeiten daran, ein verlässliches Jugendangebot für alle Teilorte zu schaffen – mit aktiver Unterstützung der Jugendsozialarbeit.
Auch finanziell steht uns ein anspruchsvolles Jahr bevor. Die Rahmenbedingungen sind schwierig: Stagnierende Einnahmen bei gleichzeitig deutlich steigenden Ausgaben. Die kommunalen Spitzenverbände sprechen offen von einem „freien Fall“ – und das ist leider keine Übertreibung. Zwar rechnen wir mit stabilen Einnahmen aus Gewerbe- und Grundsteuer, doch unsere Spielräume bleiben minimal. Die Personalkosten steigen durch Tarifabschlüsse, gleichzeitig steigen die Umlagen an den Verwaltungsverband und an den Landkreis – und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.
Mittelfristig drohen negative Haushaltsabschlüsse – mit kaum noch frei verfügbaren Mitteln für Investitionen. Gebührenanpassungen werden unumgänglich, Steuersenkungen sind nicht darstellbar. Dabei erwarten die Menschen in unserer Stadt zurecht: eine funktionierende Kita-Versorgung, moderne Schulen, gut gepflegte Straßen, ein kulturelles Angebot – und all das bei gleichzeitig wachsendem Kostendruck.
In der Gemeinderatsklausur im Mai haben wir uns deshalb auf die Finanzen fokussiert, und uns auf ein Sparprogramm verständigt: weniger Großprojekte gleichzeitig, mehr Konzentration auf das Notwendige. Die Stadtchronik wird künftig nur noch alle fünf Jahre erscheinen – ein kleines Beispiel für viele kleine, aber notwendige Schritte. Ob uns der Blick auf das Notwendige gelingt, bei unendlich vielen Wünschen, ist abzuwarten.
Umso mehr braucht es politischen Mut, klare Prioritäten und die Bereitschaft, nicht jeden Wunsch sofort erfüllen zu können. Nur so können wir Langenau zukunftsfähig gestalten – mit Maß und Mitte, und mit dem Blick für das Wesentliche. Von Finanzkrise zu Klimakrise:
Die Auswirkungen der Klimaveränderung sind auch bei uns längst spürbar. Das Jahr 2024 hat uns das mit aller Deutlichkeit gezeigt: Hochwasser, Starkregen, überflutete Keller, beschädigte Infrastruktur.
Die Stadtgärtnerei arbeitet deshalb gezielt an einem klimaresilienten Baumbestand. In einem Pilotprojekt werden besonders widerstandsfähige Arten getestet – denn lange Trockenperioden und heftige Niederschläge fordern unsere Stadtbäume. Baumfällungen erfolgen ausschließlich dort, wo es aus Gründen der Verkehrssicherheit oder wegen Erkrankungen, wie dem Eschentriebsterben, unvermeidbar ist.
Ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Energiezukunft ist der geplante Solarpark am Wasserwerk. Die Stadt Langenau und der Zweckverband Landeswasserversorgung planen gemeinsam eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit etwa 20 Hektar Modulfläche. Ziel ist es, das Wasserwerk künftig zu großen Teilen mit eigenem, regenerativ erzeugtem Strom zu versorgen – für die sichere Trinkwasserversorgung von drei Millionen Menschen in Baden-Württemberg. Der Solarpark wird unter strengen Naturschutzauflagen umgesetzt – mit Rücksicht auf Artenvielfalt, Landschaftsbild und Schutzgebiete. Es ist ein konsequenter Schritt hin zur Klimaneutralität.
Gleichzeitig ist der Ausbau des Stromnetzes essenziell. Die neue Leitung vom Umspannwerk Donauried in Elchingen nach Langenau ist entscheidend – nicht nur für unseren Wirtschaftsstandort, sondern auch für die Energiezukunft der Region. Sie verdoppelt das Anlagevermögen der Stromnetzgesellschaft. Als Mitgesellschafterin ist die Stadt gefordert, ihren Anteil durch Eigenkapitalerhöhungen zu sichern – auch das ist Verantwortung.
Auch im Bereich Windenergie bringen wir uns konstruktiv ein. Der Regionalverband Donau-Iller ist gesetzlich verpflichtet, 1,8 Prozent seiner Fläche als Vorranggebiete für Windkraft auszuweisen. Langenau sieht hier Potenziale – etwa in Lichtenberg – äußert aber auch klare Änderungswünsche zu anderen Flächen wie Göttingen–Thalfingen oder Birkenbühl. Nicht alle wurden bislang berücksichtigt, doch der Beteiligungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Klar ist: Der Ausbau der Windenergie verändert das Landschaftsbild – und dennoch er ist notwendig, um unabhängiger und klimafreundlicher zu werden und die Energiewende einzuleiten.
Ein bedeutender Fortschritt im Bereich der Entsorgung ist das neue Wertstoffzentrum. Mit 32 Wochenstunden Öffnungszeit und einer enormen Bandbreite an Annahmearten ersetzt es gleich zwei bisherige Standorte: den Wertstoffhof in der Straße „In den Lindeschen“ und das Entsorgungszentrum an der Deponie „Ochsenhölzle“. Diese Deponie war ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht – nun kann sie rekultiviert und rückgebaut werden.
In den vergangenen 14 Monaten durfte ich als Bürgermeisterin viele Einblicke in die Arbeit unserer Stadt gewinnen: beim WaBo im Donauried, bei den Schnuppertagen im Bauhof, in den Kitas, bei der Wasserversorgung oder beim offenen Austausch mit Ihnen – den Bürgerinnen und Bürgern.
Besonders die offene Bürgersprechstunde ist dabei ein wertvoller Ort für echte Gespräche. Ein Beispiel: Die Anregung, auch Kinder aus Langenau zum Kinderfestumzug einzuladen, die auswärtige Schulen besuchen, haben wir 2025 direkt umgesetzt. Das zeigt: Beteiligung wirkt. Und es zeigt, wie wir Inklusion ganz konkret leben.
Ein zentrales Thema in vielen Gesprächen ist der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum. Die Mieten steigen, und für viele wird es eng. Umso wichtiger, dass wir konkrete Lösungen schaffen. So entsteht derzeit ein gemeinschaftliches Wohnprojekt auf einem städtischen Grundstück – ein nachhaltiges Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsflächen, in dem eine Baugruppe Verantwortung teilt, Kosten spart und aktiv mitgestaltet. Ein mutiges und inspirierendes Modell.
Auch das Richtfest in der Storchenstraße war ein starkes Signal: Zwölf öffentlich geförderte Wohnungen entstehen hier – rund 40 Prozent unter dem ortsüblichen Mietspiegel, für Menschen mit Wohnberechtigungsschein.
Parallel erweitern wir unser Sanierungsgebiet „Altstadt“, um finanzielle Anreize zu bieten bestehende Gebäude zu modernisieren und neue Nutzungsperspektiven für brachliegende Flächen zu schaffen – unterstützt durch Städtebauförderung und einer enormen Kostenübernahme durch die Stadt.
Gewerbe wird im Kiesgräble III möglich und wir sehen dem Baggerbiss optimistisch im Jahr 2026 entgegen. Wohnbebauung mit Ein-,Doppel- und Mehrfamilienhäusern werden auch in den weiteren Abschnitten Breiter Weg, Beim Sankt Jakobsweg realisiert.
Der Glasfaserausbau bringt uns einen großen Schritt in die digitale Zukunft. In Langenau und Albeck ist das Netz bereits aktiv, bis Herbst werden über 6.000 Haushalte angeschlossen sein. Mit zwei weiteren Förderpaketen werden auch alle Teilorte profitieren. Ein Herzenswunsch von mir: Glasfaser an jeden Aussiedlerhof. Bis jetzt bin ich optimistisch, leider müssen wir uns hier noch etwas gedulden – die Umsetzung wird voraussichtlich ein bis drei Jahre dauern.
Auch die Barrierefreiheit treiben wir voran – etwa durch den Umbau von Bushaltestellen nach neuem Standard. Gleichzeitig verändert sich die medizinische Versorgung grundlegend. Die Krankenhausreform des Bundes trifft auch uns. Unser Klinikstandort wird künftig keine vollwertige Klinik mehr sein, sondern eine sektorenübergreifende Einrichtung ohne stationäre Notfallversorgung. Das ist ein schmerzlicher Schritt.
Ein starkes Zeichen für unsere lokale Informationskultur ist die Heimat Rundschau – seit 75 Jahren eine Brücke zwischen Verwaltung, Vereinen und Bürgerschaft. Und sie bleibt es auch in Zukunft.
All das, was ich heute berichten durfte – das wäre nicht möglich ohne das Team der Stadtverwaltung. Es ist ein großartiges Team, das Tag für Tag leistet, was selten sichtbar ist: Finanzhaushalt und Doppik, digitale Prozesse, Kinderbetreuung, Bauhof, Bühnenbau, Stadtgärtnerei, Wasserversorgung, Abwasserreinigung, Ordnungsdienst – sie alle sorgen dafür, dass unser Langenau funktioniert, lebt, wächst. Mein ganz besonderer Dank gilt dabei dem Beigeordneten Christoph Schreijäg, der dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum bei der Stadt Langenau begeht. Es ist ein großes Geschenk, dass die Stadt jemanden an der Seite hat, der jede Entwicklung kennt und mit Herzblut für seine Stadt da ist. Vielen, vielen Dank.
Und mein herzlicher Dank gilt Ihnen allen, die dieses Jahr mitgestaltet haben – in der Verwaltung, im Ehrenamt, in Initiativen, in Vereinen, Kirchen. Danke an die Fairtrade-Gruppe für den Ausschank heute Abend, danke an die HSG für das anschließende Bewirten – und danke dem Musikverein Langenau, der dieses Jahr ein ganz besonderes Jubiläum feiert: 100 Jahre Musikverein.
Seit 1925 steht der Verein für mehr als Musik. Er steht für Gemeinschaft, Engagement und für Kultur. Aus kleinen Anfängen im Gasthaus „Zum Gähen Berg“ ist ein vielfältiger Verein gewachsen. Selbst in schweren Zeiten wie den Kriegsjahren hat der Verein nicht aufgegeben. Das erste Sommerfest wurde 1952 gefeiert – ein Brauch, der bis heute Menschen zusammenbringt. Der Bau des Musikerheims in den 1970er-Jahren war Ausdruck für den Zusammenhalt der Mitglieder – und ist bis heute ein lebendiger Ort.
Der Musikverein prägt Konzerte und unser soziales Leben: Weihnachtsliederspielen, Ständchen, Benefizaktionen – der Verein ist immer präsent. Selbst in der Pandemiezeit blieb er aktiv: mit Online-Proben, musikalischer Post für Kinder und kreativen Aktionen. Das alles spüren wir in diesen Tagen – etwa bei „Klangenau“, dem großen Jubiläumswochenende, das die Stadt zum Klingen bringt. Danke an alle, die dieses Jubiläum möglich gemacht haben – für 100 Jahre Musik, Gemeinschaft und Lebensfreude. Und ganz besonders dafür, dass der Musikverein seit 100 Jahren das Kinderfest begleitet. Auf die nächsten 100!
Meine Damen und Herren, ich wünsche Ihnen ein wunderbares Kinderfest, einen lebendigen Sommer – genießen Sie das Weinfest in der Wörth und die vielen kulturellen Veranstaltungen, die unsere Stadt zu bieten hat. Blicken Sie mit Stolz und Zuversicht auf das, was diese Stadtgesellschaft gemeinsam leistet. Beflügelt von unserer wunderbaren Naustadt hören wir nun die Lieder „Zeitzeichen“ – eigens komponiert zum Stadtjubiläum 2003 – und „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Ich lade Sie ein zum Mitsingen – der Liedtext liegt aus. Im Anschluss lädt die Handballspielgemeinschaft HSG gemeinsam mit vielen Ehrenamtlichen zum Verweilen ein.
Meine Damen und Herren – nun wünsche ich Ihnen allen: ein wunderbares Kinderfest 2025.
Langenau ist immer einen Besuch wert, und heute spüren wir das ganz besonders. Das traditionelle Kinderfest verleiht uns an diesem Wochenende wieder den Charme, der all das ausstrahlt, was das Leben hier so angenehm und menschlich macht. Wer das Glück hat, hier zu wohnen, weiß, wovon ich rede. Heute wird das wieder einmal besonders deutlich.
Ich heiße Sie, Ehrenbürger und Bürgermeister a.D. Wolfgang Mangold, herzlich willkommen. Ebenso begrüße ich die Bürgermeister des Alb-Donau-Kreises und den Geschäftsführer des Verwaltungsverbandes Hermann Schmid. Herzlich willkommen heißen möchte ich auch die Kreisräte, die frisch verpflichteten Gemeinderäte und Ortschaftsräte sowie die Ortsvorstehenden der Teilorte Albeck, Göttingen und Hörvelsingen.
Ich darf Sie alle, aus Langenau und weit darüber hinaus, herzlich begrüßen. Ihre Anwesenheit zeigt Ihre Verbundenheit mit diesem traditionellen Fest. Auch unsere auswärtigen Gäste wissen, dass sie hier wie gewohnt ein ganz besonderes Angebot erwarten dürfen. Sie werden sicherlich nicht enttäuscht sein.
Das Kinderfest hat bereits seit vielen Jahrhunderten eine fest verankerte Tradition im Jahreslauf, die niemand mehr missen möchte. Es ist das wohl älteste Fest Langenaus, unser geliebtes Kinderfest. Die Ursprünge dieses Festes reichen bis ins Jahr 1535 zurück, als es unter dem Namen „Schulertanz“ bekannt war. Damals war der Schulertanz ein fröhliches Frühlingsfest beziehungsweise Maienfest, begleitet von einem feierlichen Gottesdienst.
Die Idee eines Geistlichen hinter unserem heutigen Kinderfest war es, den jüngsten Mitgliedern unserer Gemeinde, die noch nicht beten konnten, eine besondere Freude zu bereiten. Es sollte ein Fest sein, bei dem sie tanzen und fröhlich sein konnten. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde dieses Fest im Burghof gefeiert, unter den majestätischen alten Linden, begleitet von beschwingter Musik.
Seit 1884 hat das Kinderfest seinen festen Platz auf der Reutte gefunden, und es ist jedes Jahr ein Höhepunkt für die gesamte Gemeinde. Hier kommen wir zusammen, um gemeinsam zu lachen, zu tanzen und die Freude der Kinder zu feiern.
Diesen Kinderfestempfang am Freitagabend vor dem Kinderfest-Umzug feiern wir zum sechsten Mal. Traditionell organisieren die Langenauer Schulen abwechselnd den Kinderfestumzug und stellen ihn unter ein Motto. Dieses Jahr feiern wir das Kinderfest unter dem Motto „Zeitreise – Blick nach vorne und zurück“.
Meine Damen und Herren, wollen wir einen Blick nach vorne und zurück wagen? In einer Zeit, in der die negativen Schlagzeilen nicht abzureißen drohen, müssen wir uns den Herausforderungen, den „multiplen Krisen“ stellen: Inflation, Energiekrise, Klimawandel und Themen, wie Katastrophen, wie Hochwasser, Krieg und geopolitische Kämpfe.
Am 7. Oktober 2023 griff die palästinensische Terrororganisation Hamas israelitisches Staatsgebiet an. Etwa 1.200 israelische und ausländische Todesopfer und mehr als 5.000 Verletze wurden verzeichnet. Dieser Konflikt fordert – wie jede kriegerische Auseinandersetzung – Tote auf beiden Seiten. Es gibt in erster Linie Verlierer. Eine kaum vorstellbare Anzahl an zivilen Opfern und großem Leid.
Neben dem Nahost-Konflikt tobt der Ukraine-Krieg im dritten Jahr. Wieder entstehen Flüchtlingsströme. Die Solidarität der Langenauer und Langenauerinnen ist groß und so werden Geflüchtete durch Langenauer aufgenommen und Wohnraum bereitgestellt. Wir danken an der Stelle den vielen Familien, die Hilfe angeboten haben. Auch dem Integrationsbüro und den ehrenamtlichen Helfenden. Mein besonderer Dank gilt den Bildungseinrichtungen, den Schulen und Kitas, die sich tagtäglich für die Integration der Geflüchteten einsetzen.
Während Umweltaktivisten in den Medien an Präsenz verloren haben, holen uns nun in der Realität regelmäßig Wetterereignisse ein. Global ist 2023 das wärmste Jahr in neunter Folge. Die Veränderungen des Klimas, Hitze, Hochwasser und Starkregen begleiten uns von nun an.
Am Freitag, 31. Mai 2024 ruft unsere bayrische Nachbargemeinde Günzburg als eine der ersten den Katastrophenfall aus. Die Kommunen im Süden Baden-Württembergs und auch Langenau bereiten sich auf ein hundertjährliches Hochwasser vor, auf unfassbare Wassermassen, überflutete Keller, Evakuierungen und Personenrettung ein. Langenau kommt mit einem blauen Auge davon. Wir haben keine Personen und auch keine Sachschäden zu verzeichnen. Unsere Nachbargemeinden trifft es unerbittlich und es bleibt die Frage zurück, wie wir künftig mit diesen Ereignissen umgehen wollen?
Wir, die Stadtverwaltung, arbeiten mit dem vorbeugenden Katastrophenschutz und den technischen Betriebsdiensten nun mit Hochdruck an den Alarmplänen, um unsere Bürgerinnen und Bürger und unser Langenau zu schützen und uns auf weitere diverse Katastrophen vorzubereiten.
Blicken wir noch kurz in die Vergangenheit: Bereits 2020 wurde ein Stadtentwicklungskonzept in Auftrag gegeben, Ziel war es unter Einbindung der Bürger durch eine integrierte Analyse Strategien und zentrale Vorhaben für eine nachhaltige Stadtentwicklung nach den Bedürfnissen der Bürger unter Einbezug der Entwicklungsperspektiven und regionalen Zusammenhänge zu erstellen. Hieraus entstand ein Handlungsprogramm, das es in den darauffolgenden Jahren abzuarbeiten gilt. Im Jahre 2022 wurde das Resultat veröffentlicht: 8 Handlungsfelder, 27 strategische Ziele und 47 konkrete Projekte.
Manche Projekte des Stadtentwicklungskonzeptes sind bereits initiiert, geplant oder erfolgreich umgesetzt. Hier zu nennen wäre die Entwicklung des Radverkehrskonzeptes, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität mit dem „Fahrplan Innenstadt“ und die Aufstellung der kommunalen Wärmeplanung.
Jede Kommune entwickelt im kommunalen Wärmeplan ihren Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Ergebnisse der Wärmeplanung sollen Ende 2024 vorliegen.
In den letzten Jahren setzte die Energiekrise mit drastisch steigenden Energiekosten sowohl Privathaushalte als auch die öffentliche Hand unter erheblichen Druck. Viele Privathaushalte und Städte begannen verstärkt in erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren, um langfristig unabhängiger und widerstandsfähiger zu werden. Im Stromnetz Langenau erhöhten sich die privaten EEG-Anlagen im Jahr 2023 um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Großteil handelt es sich um Solar-/PV-Anlagen, die wir heute an vielen Balkonen, auf Dächern oder Grünflächen sehen. Tendenz steigend.
Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer nachhaltigen, resilienten und unabhängigen Energieversorgung. Bei den Diskussionen um erneuerbare Energien wie PV-Freiflächenanlagen und Windkraftanlagen in Langenau sollten wir die teils dramatischen Auswirkungen der Energiekrise nicht vergessen.
Im letzten Jahr wurden einige Projekte und Investitionen im Bereich Familie und Bildung abgeschlossen: Der Kindergarten in Göttingen wurde für rund 1,5 Millionen Euro erweitert. Durch den Anbau erhält der Kindergarten die notwendigen Flächen, um zwei Ü3- und eine U3-Gruppe mit den notwendigen Büro-, Personal- und Sozialräumen unterzubringen.
Auch der Kindergarten in Hörvelsingen wurde für 1,5 Millionen Euro erweitert. Die architektonische Einbindung in den Hang und der im Hang neu angelegte Kitaspielplatz binden sich harmonisch in die Umgebung ein.
Steigende Kinderzahlen führen dazu, dass wir investieren in Schulen und Kindertagesstätten. Bereits jetzt gibt es Pläne für die Erweiterung der Kinderhausfreunde, der Kita Öchslesmühlbach, der Albecker-Tor-Kita, die einst als Interimslösung ins Leben gerufen wurde und heute zu einer festen Größe unser Kinderbetreuung gehört. Für die Pflicht zur Ganztagesbetreuung ab dem Schuljahr 2025/2026 liegen Betreuungskonzepte vor, die es in die Tat umzusetzen gilt.
Die laufenden Kosten für das Personal - pädagogische Fachkräfte und Facility Manager, Betreuungs- und Mensa-Personal - wachsen stetig. Deshalb stellt der Kindertagesstätten-Bereich einen der größten Ausgabeposten im städtischen Haushalt dar.
Die Sanierung des Altbaus der Friedrich-Schiller-Realschule, die Sanierung und der Pultdachaufbau mit PV-Anlage am Robert-Bosch-Gymnasium sowie der Einbau von raumlufttechnischen Anlagen in Grund- und weiterführenden Schulen sind ebenfalls erwähnenswerte Projekte, 91 Stück – 80 % der Kosten wurden hierbei durch ein Förderprogramm des Bundes übernommen. Trotz anhaltender Bedenken bestätigen alle Beteiligten eine Verbesserung der Raumluft. In Kürze werden alle Schulen mit Trinkwasserspendern ausgestattet sein, die den Kindern kostenloses gekühltes, stilles oder gesprudeltes Trinkwasser bieten. Weitere Trinkwasserspender werden zeitnah im Stadtgebiet aufgestellt. Der erste Trinkwasserspender am Bahnhof ist bereits in Betrieb gegangen.
Im Achterrat, wurde der Chill-Park 2023 eingeweiht sowie kleinere Projekte realisiert und die Weichen für den Skatepark gelegt. Der Achterrat ist ein politischer Jugend-Beteiligungsprozess, der implementiert wurde um Jugendliche in unserer Gemeinschaft schulübergreifend zu beteiligen. Da die Frustrationen auf beider Seiten, die der Fachämter der Stadtverwaltung und den Jugendlichen seit Jahren steigen, beschäftigen wir uns im anstehenden Schuljahr mit einer Fortschreibung der Achterratkonzeption.
Zur Weiterentwicklung der Stadt Langenau gehört auch die Schaffung von Wohnraum. Bebauungsplanverfahren wurden in die Wege geleitet, Albecks Rücken Süd und Siegelesweg und Langenaus Breiter Weg, die Erschließung von Bauplätzen im westlichen Ortsrand in Hörvelsingen und Nachverdichtung erfolgen.
Im engen Schulterschluss mit der Kernstadt sollen unsere Teilorte nicht abgehängt werden, sie sollen wie die Kernstadt nach ihren eigenen Bedürfnissen und Gegebenheiten wachsen und gedeihen.
Südlich der Bahnlinie entstand das erste „urbane Gebiet“ - modernes Wohnen und Gewerbe auf dem Areal einer Gewerbebrache. Mit preisreduziertem sozialem Wohnraum, entsprechend der vom Gemeinderat beschlossenen wohnungsbaupolitischen Grundsätzen. Dieser Grundsatz zur anteiligen Ausweisung sozialen Wohnraums besteht bei jedem Wohnbauprojekt.
Auch als attraktiver Gewerbestandort können wir uns weiter positionieren, im Gewerbepark steht ein Neubau des Automobilteile-Logistikzentrums der Dietz AG an und das Gewerbegebiet Kiesgräble II soll zeitnah realisiert werden.
Durch das Altstadtsanierungskonzept wurden bereits zahlreiche Maßnahmen angestoßen oder umgesetzt. Ziel ist es städtebauliche Missstände zu verbessern und aufzuwerten. Zu nennen sind hier der Um- und Anbau des städtischen Verwaltungsgebäudes Marktplatz 5, der voraussichtlich 2025 beginnt sowie Modernisierungsmaßnahmen in verschiedenen Straßen der Altstadt, wie der Langen Straße, Ach-, Wasser-, und Hindenburgstraße.
Besonders hervorzuheben ist die Weiterentwicklung und Zusammengehörigkeit des Teilortes Hörvelsingen, der am Projekt „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen und gewonnen hat. Ausgezeichnet wurde das außerordentliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger, und zahlreiche Projekte wie der Genusswanderweg und das vorbildliche Dorfgasthaus Pflugbrauerei.
Die neue Dorfmitte mit Quellwasserlauf und der Querungshilfe erstrahlt seit Kurzem und lädt ein zum Verweilen und Austauschen. Im jüngst eingeweihten Feuerwehrgebäude, mit Lehrraum, einer vorbildlichen Umkleidesituation und dem paradiesischen Ausblick von der Dachterrasse, findet die freiwillige Feuerwehr beste Bedingungen vor, um die wertvolle ehrenamtliche Arbeit in der Brandbekämpfung und dem Katastrophenschutz auszuüben.
Investitionen in den vorbeugenden Bevölkerungsschutz liegen uns besonders am Herzen, deshalb erhielt die freiwillige Feuerwehr Abteilung Langenau einen neuen Einsatzleitwagen und die Abteilung Albeck ein Löschgruppenfahrzeug.
Die Stadt Langenau hat auch in den Radverkehr investiert: ein Fahrradring wird aktuell als umstrittene, aber bedeutende Maßnahme realisiert. Langenau hat zum dritten Mal teilgenommen beim Stadtradeln und ist Spitzenreiter im Alb-Donau-Kreis. Mit insgesamt 35 Teams, 422 Radelnden wurden 88.531 km erradelt. Darauf können wir stolz sein.
Weiterhin werden wir nicht nur selber Infrastrukturprojekte projektieren und umsetzen, wie das Radwegekonzept, die Sanierung von Straßen wie aktuell der Alten Steige in Albeck. Große Projekte Dritter werden in den nächsten Jahren realisiert werden, wie beispielsweise Windkraftanlagen und der Ausbau in unsere Strom-, Trinkwasser- Glasfaserinfrastruktur.
Die Digitalisierung bietet enorme Potenziale, die wir nutzen wollen. Ein flächendeckendes Glasfasernetz wird die Grundlage für schnelle Internetverbindungen und neue Arbeitsplätze schaffen. Wir werden in Smart-City-Technologien investieren, um den Energieverbrauch zu optimieren, Verkehrsflüsse zu steuern und die öffentliche Sicherheit zu verbessern.
Einige Angebote im Infrastrukturbereich stoßen auf große Akzeptanz: so verlängert die SWU das Angebot des nauMobils um weitere drei Jahre. Andere Angebote, wie die des Alb-Donau-Kreises zum öffentlichen Personennahverkehr, stoßen bei einigen Bürgerinnen und Bürgern auf Ablehnung. Nach den Bedenken erfolgten Anpassungen in den Busfahrplänen. Es gab auch noch weitere Widerstände, die ein Projekt verhindert haben. In Göttingen verhindern Bürger die Errichtung eines Mobilfunkmastes.
Aber, kommen wir nun wieder zu erfreulicheren Projekten der nächsten Jahre: Die Investitionen in den Ausbau der Kläranlage mit Retentionsbodenfilteranlage, Kanalsanierungen, Ausbau des Gasspeichers und Nachrüstung der EMSR-Technik der Regenüberlaufbecken. Und das sage ich nicht nur, weil ich hier als Ingenieurin der Siedlungswasserwirtschaft stehe, nein, vielmehr sage ich dies, weil eine Verbesserung der Abwasserreinigungsleistung eine direkte Auswirkung, nämlich die Verbesserung unserer Gewässerqualität zur Folge hat und einen enormen Beitrag zum Umweltschutz leistet.
Am 24. Mai 2024 feierten wir 75 Jahre Grundgesetz, mit einer Feierstunde mit Orgel- und Glockenschlag-Konzert in der evangelischen Kirche. Das Grundgesetz ist mehr als nur eine Sammlung von Artikeln und Paragraphen; es ist das Herzstück unseres politischen Systems, das Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz sichert. Es ermöglichte den Aufbau eines Landes, das sich durch Vielfalt, Toleranz und gegenseitigen Respekt auszeichnet. Das Grundgesetz hat uns durch viele Herausforderungen geführt und wird auch weiterhin als Leitstern für Gerechtigkeit und sozialen Zusammenhalt dienen.
Kurz darauf, am 09. Juni stand die Kommunalwahl an. Auf Kommunal-, Kreis-, und EU-Ebene wurden Vertreter gewählt. Unser Gemeinderat wurde eben gestern konstituiert. Mit 8 neu gewählten Gemeinderäten, 16 wiedergewählten Gemeinderäten, sind wir gut für die Zukunft aufgestellt. An Ihnen wird es liegen, wie sich die Stadt Langenau in den nächsten 5 Jahren weiterentwickelt. An dieser Stelle möchte ich allen Gemeinderäten und Gemeinderätinnen eine konstruktive Zusammenarbeit anbieten und Ihnen für Ihre nun beginnende Wahlperiode alles Gute wünschen, ein gutes Händchen für Ihre Entscheidungen und trotz dem zeitlichen Aufwand dieses Ehrenamtes auch immer ein Fünkchen Freude.
Den ausgeschiedenen Gemeinderäten und Gemeinderätinnen möchte ich nochmals meinen Dank aussprechen für Ihr langjähriges Engagement in unserer Stadt. Vielen Dank.
Die Stadtverwaltung und die neu gewählten Gemeinderäte werden schlummernde Projekte aufgreifen. Wie verfahren wir mit dem alten Krankenhaus im Herzen unserer Stadt? Welcher Nutzung werden wir dem Güterschuppen zusprechen? Und, wie können wir die Vielzahl der Projekte unter dem Fachkräftemangel stemmen und im Haushalt finanzieren?
Neben der Arbeit und dem ehrenamtlichen Engagement ist Langenauern noch eines wichtig. „Das Festeln“
Bei Gelegenheiten, wie dem 50-jährigen Jubiläums des Verwaltungsverbandes Langenau und dem 50-jährigen Jubiläum des Alb-Donau-Kreises, ließ es sich feierlich auf das bereits Geschaffte anstoßen. Auch anstoßen konnten und können wir alle auf den neuen Festen: Dem Weinfest in der Wörth und dem Streetfood-Market.
Beim traditionellen Langenauer Turmfest 2023 zeigte sich unsere Stadt weltoffen und tolerant. Es heißt, es sei das schönste Stadtfest der Region. Der Geist des Turmfestes steht für das friedliche Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen.
Nach sechs Jahren konnte durch den Männergesangverein Langenau und der Concordia Öllingen zum ersten Mal wieder die Achhocketse gefeiert werden. Das Wetter meinte es nicht allzu gut, dafür war die Stimmung umso besser und die „Adler“ des DLRG konnten beim Sautrogrennen den ersten Platz erzielen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung.
Wir blicken auf wunderbare Tourismus-Projekte: Die BioTour, eine 26 km lange Radstrecke mit dem Einbezug der Kernstadt und der Teilorte Albeck, Göttingen, Hörvelsingen, mit Schwerpunkt der Geologie, Flora und Fauna und der Genusswanderweg in Hörvelsingen, mit 6,3 km mit Schwerpunkt auf lokal hergestellten Produkten, wurde eingeweiht. In Kürze, noch in diesem Jahr, folgt die Einweihung des Familienwanderwegs in Göttingen mit Elementen, die die ganz Kleinen begeistern. Zusammen mit dem Robert-Bosch-Weg in Albeck darf nun jeder unserer drei Teilorte stolz auf seinen eigenen besonderen Weg sein.
An vielen Stellen wurde in Langenau durch Ruhemöglichkeiten und Rastplatzmobiliar, wie beispielsweise die zwei Panoramaschaukeln im Donauried und auf dem Ägenberg in Hörvelsingen, die Attraktivität gesteigert. Langenau positioniert sich durch diese weichen Faktoren bestens in der Tourismus-Region, die Zahlen der Übernachtungsgäste steigen kontinuierlich.
Auch mit dem gegenwärtigen Architektenwettbewerb zur Erweiterung der Stadtbücherei in Langenau werden wir uns im 4. Quartal dieses Jahres mit den weiteren Planungsschritten und der künftigen Ausrichtung der Stadtbücherei beschäftigen. Noch bis September haben 10 Architekturbüros Zeit ihre Visionen zur Zukunft der Stadtbücherei, unserem künftigen 3. Ort, einem Knotenpunkt als Ort der Begegnung, des Lernens und der Inspiration einzureichen.
Elementar wichtig ist bei dem Projekt die Einbindung des braunwarthschen Hauses, die barrierefreie Erschließung aller Bereiche, die Schaffung von modernen Arbeitsplätzen, die Einhaltung der Brandschutzvorschriften und selbstredend der Erhalt des Denkmales. Die Bewertungskommission lobt im Anschluss die drei besten Entwürfe aus.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie uns nicht mehr in die Vergangenheit reisen und nicht in die Zukunft träumen, lassen Sie uns heute im hier unseres Kinderfestes ankommen:
Durch die aktuelle Erweiterungsmaßnahmen an der Gemeinschaftsschule mit Baustellensicherung und Interimscontainerstellung, geht es dieses Jahr etwas beengter auf dem Kinderfest auf der Reutte zu.
Wir wollen dennoch an diesem Festwochenende mit unseren Kindern feiern. Mit dem Freiburger Spielmobil und der Spielstraße, die dieses Jahr auf dem Hartplatz der Gemeinschaftsschule Langenau aufgebaut ist, mit Autoscooter und weiteren Ständen ist für Klein und Groß etwas dabei.
Bevor wir bald in den gemütlichen Teil der heutigen Feierlichkeit übergehen, möchte ich ein paar besondere Dankesworte aussprechen.
Vielen Dank den Schulen, Leitungen und den Lehrenden, die sich mit viel Engagement eingebracht haben und die Kinder auf dieses Fest und den Festumzug vorbereitet haben. Ihre Unterstützung und Begeisterung sind unbezahlbar. Vielen Dank.
Ein herzlicher Dank geht auch an die Fairtrade-Gruppe, die dafür sorgt, dass wir uns heute an nachhaltigen und fairen Produkten laben dürfen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für unser Bewusstsein für fairen Handel und klopfen auch der Fairtrade-Stadt Langenau so manches Mal mahnend auf die Finger, wenn wir noch etwas mehr auf die Herkunft der Güter, die Arbeitsbedingungen der Produzenten und den Umweltschutz achten könnten. Einen herzlichen Dank an die Fairtrade-Gruppe.
Ich danke dem Musikverein Langenau für die musikalische Umrahmung am heutigen Tag. Wir haben nicht nur heute einen Grund zu feiern, auch nächstes Jahr, wenn der Musikverein sein 100-jähriges Jubiläum beschreitet, werden wir das lange Bestehen des Musikvereines ehren. Vielen Dank für diese musikalische Umrahmung.
Ein großes Dankeschön richtet sich an den Bauhof und die Facility Manager. Sie haben dafür gesorgt, dass alles reibungslos aufgebaut und vorbereitet wurde, damit wir heute und das gesamte Wochenende unbeschwert feiern können.
Allen Beteiligten, wie der Wasserversorgung und den Ehrenamtlichen, die zum Gelingen dieses Festes beitragen, möchte ich einen herzlichen Dank aussprechen.
Ein großes Dankeschön geht an das Kulturbüro, das die Organisation dieses wunderbaren Festes Jahr für Jahr übernimmt. Ohne Ihre Arbeit wäre dieses Festwochenende nicht möglich. Vielen Dank an die neue Leitung des Kulturbüros, Frau Claudia Engemann. Sie übernehmen in Kürze den Stab, die Leitung von Herrn Edwin Köperl. Wir freuen uns Sie, Frau Claudia Engemann als erfahrene Kulturschaffende in unserem Team der Stadtverwaltung zu wissen. Schön, dass Sie da sind.
Dies bringt mich jedoch auch zu unserem weinenden Auge des heutigen Abends.
Edwin Köperl wird nach nahezu 40 Jahren im Dienst der Stadt Langenau in den Ruhestand versetzt. Vor fast 40 Jahren begann seine Karriere fast zeitgleich mit dem Amtsantritt unseres Ehrenbürgers Bürgermeister a. D. Wolfgang Mangold. Herr Mangolds Traum war es eine Kulturszene in Langenau zu etablieren. Hierfür fand sich mit Edwin Köperl der Richtige an dieser Position. Mit seiner Leidenschaft und innovativen Ideen brachte er viele Künstler nach Langenau und erschuf eine Kulturlandschaft, die weit über die Grenzen hinaus bekannt ist.
Der Covid-19-Pandemie trotze er mit Formaten, wie den Corona-Blind-Date-Veranstaltungen, er konzipierte und organisierte das erste Turmfest und das Stadtjubiläum 2003 und verlieh unserem heutigen Kinderfest seinen Glanz. Wir möchten uns herzlich für dieses Lebenswerk bei Ihnen bedanken, lieber Herr Köperl.
Auch wenn er es in den letzten Jahren stets bevorzugt hat hinter den Kulissen zu stehen, möchte ich Herrn Köperl zu mir bitten. Herr Köperl nutzt heute die Gelegenheit ein paar Worte an Sie zu richten.
Auf diesem Weg begleiten Sie alle guten Wünsche Ihrer Kolleginnen und Kollegen, aller Gäste des Pfleghofs und aller Langenauer und Langenauerinnen. Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz in den letzten nahezu 40 Jahren. Wir werden Sie und die gemeinsame Zeit mit Ihnen in guter Erinnerung behalten.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Sie hören zum Abschied vom Musikverein das für das Stadtjubiläum 2003 komponierte Stück „Zeitzeichen“ und im Anschluss „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Ich lade Sie ein zum Mitsingen, der Liedtext liegt Ihnen vor. Im Anschluss an das Musikstück lädt die Handballspielgesellschaft HSG und die ehrenamtlichen Helfer zum geselligen Abend, hier im Pfleghof ein. Der Erfrischungsstand befindet sich in der Pfleghofhalle. Einen herzlichen Dank an den HSG für die Bewirtung.
Auch lade ich Sie herzlich ein, morgen beim Kinderfestumzug teilzunehmen und sich über unsere kreativen Schülerinnen und Schüler zum Motto „Zeitreise – Blick nach vorne und zurück“ zu erfreuen. Der Umzug beginnt um 13:30 Uhr in der Freistegstraße.
Ich wünsche Ihnen an unserem Kinderfest-Wochenende was heutzutage immer seltener wird: Zeit zu haben, um alte Bekannte zu treffen, ein paar Stunden ohne Hektik und Pflichtprogramm zu verbringen, gute Begegnungen und Gespräche. Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und insbesondere unseren Kindern ein wunderschönes Kinderfest.