„Früher an später denken“ – Stadtgärtnerei erprobt klimaresiliente Arten
Die Sommer werden heißer, die Trockenperioden länger – der Klimawandel ist längst auch in Langenau spürbar. Um die Bürgerinnen und Bürger künftig vor Hitze zu schützen, setzt die Stadt auf natürliche Kühlung: Bäume. Sie spenden Schatten, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und senken die Temperatur in ihrer Umgebung. Doch nicht jede Baumart kommt mit den veränderten Bedingungen zurecht. Deshalb testet die Stadtgärtnerei auf einem Feld im Teilort Albeck seit einigen Jahren gezielt klimaresiliente Arten.
Testfeld für klimaresiliente Arten
18 Bäume wurden dort gepflanzt, jeweils drei Exemplare von sechs verschiedenen Arten. Dazu gehören der Götterbaum, der Dornige Lederhülsenbaum, der Trompetenbaum, die Blumenesche, der Eisenholzbaum und die Elsbeere. Sie gelten als besonders robust und widerstandsfähig gegenüber Hitze, Trockenheit und wechselhaften Wetterlagen. Der Leiter der Stadtgärtnerei Dominik Wansing und sein Team beobachten das Wachstum genau. Noch ist es zu früh für ein endgültiges Fazit – junge Bäume brauchen viele Jahre, bis sie fest verwurzelt sind. Doch die ersten Eindrücke stimmen zuversichtlich.
Wansing bringt seine Philosophie auf den Punkt: „Früher an später denken.“
Gemeint ist: Bäume können nur dann gedeihen, wenn schon bei der Planung und beim Tiefbau ausreichend Wurzelraum eingeplant wird. Dazu gehören spezielle Granulate im Erdreich oder großflächige Baumquartiere. Nur so können Bäume langfristig ihre wichtige Klimafunktion erfüllen. Auch die Stadtspitze stellt sich klar hinter das Projekt für Klima, Natur und Lebensqualität.
Bürgermeisterin Daria Henning betont: „Wir möchten in Langenau gesunde Bäume für kommende Generationen sichern. Die Testpflanzungen sind ein wichtiger Schritt, um unsere Stadt widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen.“
10.000 Bäume – aber nicht alle sind zukunftsfähig
Insgesamt wachsen in Langenau bereits knapp 10.000 Bäume auf kommunalen Flächen. Doch schon heute zeigt sich: Manche Arten geraten an ihre Grenzen, wenn Trockenperioden anhalten oder der Grundwasserspiegel sinkt. Mit dem Testfeld will die Stadt deshalb rechtzeitig herausfinden, welche Arten auch in Zukunft verlässlich Schatten spenden und das Stadtklima verbessern können.
Testfeld mit Doppelfunktion in Albeck
Die Fläche in Albeck hat dabei sogar eine Doppelfunktion: Sie liegt neben dem Friedhof und könnte eines Tages als Ruheort für weitere Gräber dienen – dann unter dem schützenden Blätterdach von Elsbeere, Trompetenbaum und Co.
Natur- und Klimaschutz beginnt vor Ort
Mit diesem Projekt zeigt Langenau, dass Natur- und Klimaschutz direkt vor Ort beginnen – mit vorausschauender Planung, engagierter Pflege und der klaren Haltung, heute schon an morgen zu denken.