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Benefiz-Open-Air für die Kriegsopfer in der Ukraine, alle Musiker sind auf der Bühne und umarmen sich.

Veranstaltung

Donaukinder - Was ist dein Geheimnis

Donaukinder
Do., 25. August 2022
20:00 Uhr

Chawwerusch Theater erzählt eine rumäniendeutsche Geschichte
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Beschreibung

Das Banat im heutigen Rumänien ist die Heimat vieler Donauschwaben. Dort, im kleinen Ort Triebswetter in den 90er Jahren, lässt das Chawwerusch Theater seine neue große Sommerproduktion „Donaukinder" spielen. Vor kurzem sind das Ceau§escu-Regime und der eiserne Vorhang gefallen. Mit einem Festtagsschmaus und bei Musik und Tanz wird das Dorfjubiläum gefeiert, bei dem sich die Familie Geier nach langen Jahren wiedertrifft. Endlich können die Daheimgebliebenen und die Ausgewanderten, die drei Generationen der Familie, wieder zusammen sein. Aber trotz aller Freude brechen auch alte Wunden auf, denn jede*r hat hier ein Geheimnis, eine Leiche im Keller. „Donaukinder" ist der Chawwerusch-Beitrag zur Eröffnung des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2022 „Kompass Europa: Ostwind" in der Verbandsgemeinde Herxheim. Premiere ist am Freitag, 6. Mai 2022 um 20 Uhr im Herxheimer Theatersaal. Dort ist die Produktion bis 22. Mai zu sehen, bevor sie auf große Freilichttournee geht.

Karla ist wieder da! Die Schriftstellerin und ehemalige Systemkritikerin (Kerstin Kiefer) ist nebst halbwüchsigem Sohn Lukas (Alexander Müßig) aus Deutschland angereist. Sie findet sich vor dem Elternhaus im Hof beim Apfelschälen mit Mutter Barbara (Claudia Olma) wieder, während Lukas in heller Begeisterung in der Scheune das Polka-Tanzen übt. Idylle im Land der Donauschwaben, unter dem verschmitzt-nachdrücklichen Regiment von Matriarchin Barbara? Während das üppige Festessen für die Dorffeier im Ofen schmurgelt und die geblümten Stoffe der Festtagstracht hervorgeholt werden, kann Karla nicht einfach so tun, als wären die letzten Jahre nicht gewesen. Sie konnte auch schon unter Ceau§escu nicht still auf dem bäuerlichen Hof bleiben wie ihr Bruder Paul (Stephan Wriecz). Es zog sie in die Stadt Temeswar, wo sie als Intellektuelle gemeinsam mit Lukas' Vater Oskar (Thomas Kölsch) lebte, bevor sie das Land verließ. Jetzt, zehn Jahre nach ihrer Flucht aus Rumänien, will sie herausfinden, warum Oskar am Tag ihrer Abreise nicht wie verabredet am Bahnhof stand und stattdessen Nikolaus (Ben Hergl) mit ihr nach Deutschland kam. Die Apfelstücke in den Händen der Frauen werden kleiner und ihre Diskussion schärfer: „Am Ende war es besser, dass du gegangen bist. Die Zeiten waren schon schwer genug, auch ohne eine Tochter, die glaubt, eine große Künstlerin sein zu müssen." — „Hätte sich jeder einfach gefügt, dann hätten wir '89 nie erlebt."

Auch wenn dem brutalen Unrechts-Regime nur die besten Absichten und viel Mut von Karla und ihren Mitstreitern gegenüberstanden: Keine*r kann von sich behaupten, immer richtig

gehandelt zu haben. Alle, die beim Jubiläum in Triebswetter gemeinsam feiern, haben ein Geheimnis, eine Leiche im Keller. Gründe dafür gibt es viele, zum Beispiel die harten Lebensbedingungen auf dem Land oder die ständige Bedrohung durch den Staatsterror. Aber die Geiers haben sich nicht unterkriegen lassen und nach den schlimmen Jahren wird heute gefeiert! Symbol dafür sind die Strommasten rechts und links auf der Bühne (Bühnen-und Kostümbild: Franziska Smolarek): Sie liefern den Strom, den man einfach für seinen Eigengebrauch abzwackt, tragen die Lautsprecher, die einst die Propaganda eines fürchterlichen Diktators ins Dorf trugen und dürfen heute als Befestigung für die Lichterketten glänzen. Unter ihnen werden am Ende alle Geheimnisse gelüftet und die sprichwörtlichen Leichen aus dem Keller geholt.

Die wechselvolle Geschichte der Donauschwaben, die Ende des 17. Jahrhunderts mit der Auswanderung vieler Süddeutscher ins damalige ungarische Donaudelta begann, wurde vom Chawwerusch Ensemble recherchiert und für das Theater aufbereitet. Danilo Fioriti hat aus dem Stoff ein Stück geschrieben, das den Bogen spannt von der abenteuerlichen Donaufahrt des Vorfahren Frederic Geier in einer legendären „Ulmer Schachtel" bis in unsere Zeit, in der viele Nachkommen der Donauschwaben wieder in Deutschland leben und teilweise noch ihr Brauchtum in den Landsmannschaften pflegen. Nach der Inszenierung von „Libertö, wir kommen!" im letzten Jahr hat das Chawwerusch Theater wieder Uwe John als Gast-Regisseur für die facettenreiche Produktion mit großem Ensemble gewinnen können. Moritz Erbach komponierte die Musik, Richard Weber choreografierte die Tanzszenen des Stücks.

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Veranstaltungsort
Pfleghof (Open-Air)
Kirchgasse 9
Zufahrt über Freistegstraße 16
89129 Langenau
bei Regen in der Stadthalle
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Kosten

Eintritt: 20,00 €/ ermäßigt: 17,00 €

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Veranstalter
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