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Schandfleck stört Anwohner seit Jahren
Problemhaus mit Müll in Albeck


Von Karin Mitschang

Eines der von Behörden meist besuchten Grundstücke Langenaus steht im Teilort Albeck am Kirchberg. „Die Verwaltung findet das auch nicht schön“, sagt Bürgermeister Daniel Salemi über das Haus, das verschiedene Ämter regelmäßig auf Trab hält. Es ist direkt am Treppenaufgang, der zum Hauptweg zwei des Schwäbischen Albvereins und zum Jakobsweg gehört und an dem im Sommer viele Pilgergruppen vorbei kommen. Dort stehen und liegen mehrere Matratzen, etliche Altgeräte und allerlei sonstiger Unrat. Am Abflussrohr, das neben einer offenbar provisorisch ausgeführten Beton-Stützwand herausragt, fehlt ein Deckel, Klopapier ist zu sehen. Die Haustür ist sperrangelweit offen, im Obergeschoss sind durch ein offenes Fenster große Tüten mit Pfandflaschen zu sehen.

Ortschaftsrat ärgert sich
Schon seit etlichen Jahren ist das Haus immer wieder ein Thema für die Anwohner, auch Ortschaftsräte haben den Schandfleck in Sitzungen zur Sprache gebracht. Doch auf Privatgrund ist es schwierig, den Zuständen beizukommen, hieß es immer wieder. Als wertmindernd für das Haus, welches er in der Nähe vermietet, empfindet Alexander Magg dieses Haus. „Hier hat sich seit sechs Jahren nichts geändert, obwohl wir immer wieder auf die Missstände hinweisen“, empört sich der Ulmer Geologe, der im Gespräch mit den Nachbarn auch mutmaßlich illegale Vermietung an viel zu viele Arbeiter beobachtet haben will. Auch spricht er von Fäkalien, die schon die Straße runtergelaufen seien, von Müll und Ratten. Der untere Teil, der den Hang abgesichert hatte, sei vor sechs Jahren abgerissen worden, nachdem die Stadt die Mauer an den damaligen Hausbesitzer veräußert hatte – laut Magg, um die sanierungsbedürftige Mauer los zu werden.

Wie der Bürgermeister sagt, habe der jetzige Besitzer, dem das Grundstück erst seit etwa zwei Jahren gehört, den Aufforderungen der Verwaltung stets gefolgt und etwa Müll beseitigt. „Und die Bewohner waren immer korrekt angemeldet. Von Ratten war bisher noch nie die Rede“, sagt Daniel Salemi. Die Veräußerung der Mauer vor sechs Jahren bestätigt der Schultes. Sie habe ja auch dem Haus und nicht dem öffentlichen Weg gedient, die Veräußerung solcher Stücke sei üblich. Im Übrigen habe er als Jakobswegwanderer schon weitaus schlimmere Stellen gesehen.

Hans Eckle vom Verwaltungsverband Langenau informiert auf Anfrage, dass derzeit Verfahren gegen den Besitzer laufen. Eckle: „Das Baurechtsamt ist in dieser Angelegenheit bereits seit Längerem involviert und tätig. Wir haben auch bereits förmliche Anordnungen erlassen.“ Man bewege sich dabei im Bereich der Paragrafen 47 und 65 der Landesbauordnung und des Landesverwaltungsvollstreckungsgesetzes – Gesetze, die Betreten, Räumungsanordnung und Nutzungsuntersagung ermöglichen.

Schon mehrere Anordnungen erlassen
Der Hausbesitzer möchte nicht mit Namen in der Zeitung genannt werden und verweist auf weitere Häuser in der Umgebung, die ähnlich ungepflegt seien. Auch ihm gefalle es nicht, wie sein Haus aussieht. Er werde am kommenden Dienstag in einer großen Aktion aufräumen, danach sollen auch keine Arbeiter mehr im Haus wohnen, denn er wolle es umbauen und eine Garage unterhalb errichten. Ob und wann dies geschieht? Zumindest liegt beim Bauamt noch kein Baugesuch (siehe Infokasten).
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Redakteur / Urheber
Stadt Langenau
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