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Pflegeheim Langenau
Ein Domizil für viele ältere Menschen


Langenau / Barbara Hinzpeter

Ob am Sonntag so viele Gäste gekommen waren wie zum Einweihungsfest vor 25 Jahren, ist – trotz des sehr guten Besuchs - ungewiss: 1994 hatten sage und schreibe 1200 Menschen die Eröffnung des Pflegeheims gefeiert. „Alle waren begeistert und lobten die tolle Architektur“, sagte Hausdirektorin Frieda Freudenthaler in ihrer Rede zum 25-jährigen Bestehen. „Aber einziehen wollte damals keiner. Die Vorbehalte waren groß.“ Die Anlaufschwierigkeiten seien erst nach und nach überwunden worden, als – kurz nach Eröffnung - mit Leiterin Elisabeth Halbgewachs „die gute Seele“ einzog.

Sie legte den Grundstein für die Atmosphäre, die auch unter ihrer Nachfolgerin Frieda Freudenthaler das Haus der Evangelischen Heimstiftung auszeichne, wie alle Redner betonten. Von den anfänglichen Berührungsängsten ist nichts geblieben. Die Mitarbeiter im Sonnenhof schafften mit viel Phantasie, der nötigen Zuwendung und Nähe eine Gemeinschaft, in der jeder und jede vorbehaltlos angenommen seien, sagte Pfarrerin Rebekka Herminghaus. „Wir gratulieren heute nicht den Steinen,  sondern den Menschen, die daraus ein Zuhause machen“ – die hauptamtlichen Pflegekräfte, Mitarbeitende der Verwaltung, Hauswirtschaft, Haustechnik sowie Alltagsbegleiter und die zahlreichen Ehrenamtlichen.

Das „Credo“ der Diakonie, dass ältere Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt leben und an der Gesellschaft teilhaben können, sei in der „Institution Pflegeheim“ nicht immer leicht umzusetzen, sagte Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung. Frieda Freudenthaler und ihrem Team gelinge das aber auf wunderbare Weise. Dass der Sonnenhof sich im vergangenen Vierteljahrhundert immer wieder Herausforderungen gestellt hat, machten Schneider und Landrat Heiner Scheffold deutlich.

Der 2016 eröffnete Neubau und der Umbau zu Wohngruppen sprächen für die erfolgreiche Entwicklung und dafür, dass der Sonnenhof stets Schritt gehalten habe mit neuen Anforderungen und den Wünschen der Bewohner. Die Kreispolitik lege auch künftig ihr Augenmerk auf dezentrale Pflegeangebote in der ländlich geprägten Region, hob der Landrat hervor. Von der Wohnortnähe profitierten die älteren Menschen, die im gewohnten sozialen Umfeld bleiben können, ebenso wie deren Angehörige. Der Alb-Donau-Kreis werde sich nicht auf den aktuell vorhandenen 1600 Pflegeplätzen in Einrichtungen verschiedener Träger ausruhen, sondern schreibe den Altenhilfe- und Pflegeplan fort. Weiterer Bedarf sei heute schon bei Kurzzeit- und Tagespflege erkennbar. Langenaus Bürgermeister Daniel Salemi wies auf die zentrale Lage des Pflegeheims hin – „mitten in der Stadt und nicht am Rand der Gesellschaft“.

Multikulturelles Team im Pflegeheim Sonnenhof
Um Standards und das „Leben und Arbeiten in familiärer Atmosphäre“ zu halten, müsse auch künftig genug und qualifiziertes Personal gefunden werden, betonte Regionaldirektor Achim Holl. Dazu pflege der Sonnenhof umfangreiche Kontakte zu den Ausbildungseinrichtungen. Entscheidend seien jedoch auch Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen. Sie sei stolz auf ihr engagiertes und „multikulturelles Team“, sagte Frieda Freudenthaler.

Zahlreiche Helfer sorgten für ein fröhliches Fest. Sie stellten die Verbundenheit der Langenauer mit dem Heim unter Beweis – ebenso wie die Besucher, die Musikeinlagen und Vorführungen, die Kuchenspenden oder die von den Oldtimer-Freunden angebotenen Fahrten im betagten Opel oder Cadillac.

Mitarbeiter bleiben lange treu
Atmosphäre 43 der 126 Mitarbeiter  sind seit mehr als zehn Jahren im Sonnenhof beschäftigt, elf seit mehr als 20 Jahren, davon einige von Anbeginn an. Sie prägten das Haus ebenso wie die Ehrenamtlichen, Angehörigen, Besucher und nicht zuletzt die 1260 Menschen, die bisher betreut worden sind. Sie alle „haben ihre Spuren hinterlassen“, sagte Leiterin Frieda Freudenthaler und betonte: „Es darf nicht geschehen, dass der Einzelne in der Masse untergeht.“

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