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Raser jagen mit Tempo 242 durch Langenau


Langenau / Markus Fröse

Etwa 550 Meter lang ist die Göttinger Straße in Langenau, von der Abzweigung aus Richtung Göttingen bis zum Kreisverkehr an der „Linde“. Ist es möglich auf dieser kurzen, im ersten Drittel leicht geschwungenen Strecke auf Tempo 242 zu kommen? Diese Frage stand  im Raum, als es im Gemeinderats-Ausschuss für Soziales und Verwaltung um die im Stadtgebiet aufgestellten Geschwindigkeitsanzeigetafeln ging.

Ordnungsamtsleiterin Sandra Frommeyer-Fülle stellte den Ausschussmitgliedern die Auswertung der von den Geräten erfassten Fahrzeug-Geschwindigkeiten vor – mit teilweise „unvorstellbaren Werten“, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Faul anmerkte.

Die krassesten Zahlen lieferten die Messungen in der Göttinger Straße, wo das Tempolimit bei 50 Stundenkilometer liegt und wo wegen der Albecker-Tor-Schule (ATS) direkt an der Strecke natürlich auch viele Schulkinder unterwegs sind. Beziehungsweise Kinder, die den ATS-Kindergarten besuchen.

Erschreckende Geschwindigkeiten
Dort wurde laut Messung (Richtung Kreisverkehr) an einem Tag im Zeitraum „Juni/Juli 2018“ um 7.14 Uhr eine Geschwindigkeit von 239 km/h erreicht, an einem Tag im Zeitraum „Juli/August 2018“ um 15.57 Uhr Tempo 232, und schließlich der Spitzenwert 242 km/h um 7.37 Uhr an einem Tag im Messzeitraum „November/Dezember 2018“.

„Das erschreckt mich“, kommentierte Roland Riedlinger (GUL) die Werte. Mit Bezug auf die Kinder, welche die Straße auf ihrer Strecke Wohngebiet–Schule/Kindergarten–Wohngebiet überqueren. Die Ampelanlage an dem für diesen Zweck vorgesehenen Fußgängerüberweg werde zudem von Lkw-Fahrern nicht beachtet, merkte Riedlinger an: „Manche wollen nicht abbremsen und fahren bei Rot drüber.“

Blitzer soll Straße überwachen
Riedlinger und Faul sprachen sich dafür aus darauf hinzuwirken, dass der Abschnitt der Göttinger Straße – bei dem es sich um einen Teil der Kreisstraße K 7301 handelt – mit einer „Blitzer“-Anlage überwacht wird, um Raser auch bestrafen zu können. Was bei einem Motorrad-Raser schwierig werden könnte, sagte Leonhard Kraus. Der Polizeibeamte und FWG-Rat regte Radar-Pistolen-Messungen durch die Polizei an, welche immer mit anschließenden Verkehrskontrollen einhergingen.

Gemessen hat die Stadt die Verkehrsgeschwindigkeit in bestimmten Zeitabschnitten auch in einigen weiteren Straßen. Auffällig, was die Überschreitungen von Tempolimits angeht, sind demnach: Freistegstraße, Osterstetter Straße, Herwigstraße (Höchsttempo 206 km/h), Rudelgasse, Hauptstraße, Storchenstraße, Kuftenstraße, Karlstraße. Doch auch anderswo in Langenau wird zu oft schnell gefahren.

Die Ordnungsamtsleiterin wies die Räte auch noch auf eine Unterschriftenaktion hin, unterzeichnet von 27 Bürgern, die von der Stadt verlangen „gegen die Raser aktiv zu werden“.

Laut Bürgermeister Daniel Salemi werden die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen veröffentlicht und dem Verwaltungsverband Langenau als Unterer Straßenverkehrsbehörde übermittelt, auch um „Blitzer einzufordern“. Zudem soll die Polizei angesprochen werden in Sachen Laserpistolen-Messung.

Bauliche Maßnahmen um Raser zu bremsen, etwa Aufpflasterungen, hatten Heinrich Buck (GUL) für die Freistegstraße vorgeschlagen und Jörg Thierer (FWG) für die Osterstetter Straße. Die Stadtverwaltung werde versuchen dies umzusetzen, sagte Salemi.

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