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Virtuose Geschwister im Pfleghof


Langenau / Gottfried Lothar

Die beiden in Leningrad geborenen Künstler leben seit 1990 in Deutschland und konzertieren von Kindesbeinen an gemeinsam. Und diese langjährige, auch musikalische Verbindung merkt man den beiden während ihres Spielens sehr deutlich an. Nuancen werden durch Blicke und minimale Gesten übermittelt und sofort umgesetzt. Da spielen zwei Vollblutkünstler miteinander, die mit jedem Ton spüren lassen, wie wichtig ihnen ihre Musik ist.

Mit dem Scherzo in c-Moll von Johannes Brahms begannen die Beiden. Dieses Stück, das eigentlich der dritte Satz einer gemeinschaftlich komponierten Sonate von Schumann, Brahms und Dietrich für den befreundeten Geiger Joseph Joachim ist, zeigt das genialische Stimmungsbild eines leidenschaftlichen Künstlers und seiner im Trio porträtierten Gefährtin. Der perfekte Auftakt für dieses Konzert.

Dem Klaviervirtuosen Hans von Bülow gewidmet zeichnet sich die Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 von Brahms dadurch aus, dass die beiden Instrumente in einen konzertanten Wettstreit treten. Das gab den Geschwistern die Gelegenheit, ihr stupendes Können zu zeigen. Klagende Themen, ungarische Tanzschritte, liedhafter Ausdruck, stürmende Attacke und feierliche Ruhe machen die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Sätze aus, die mit ausdrucksvollem Spiel und vollendeter Virtuosität dargeboten wurden.

Die Geige der Uraufführung
Auch da Kirill Troussov auf einem legendären Instrument spielt, nämlich auf der Stradivari, mit der Alexander Bronsky das Violinkonzert von Tschaikowski uraufgeführt hat, geriet das Stück „Meditation“ zum Höhepunkt des Programms. Dies wunderbare Werk war nämlich von Tschaikowski ursprünglich für sein Violinkonzert komponiert und dann durch die bekannte Canzonetta ersetzt worden. Mit Tschaikowskis Valse-Scherzo in C-Dur, einem Werk mit großen technischen Anforderungen, die Troussov souverän meisterte und das der Komponist in unerwiderter Liebe einem seiner Schüler gewidmet hatte, endete der offizielle Teil des Konzerts mit diesen beiden Musikern. Denn erst mit zwei Zugaben entließen die begeisterten Zuhörer die großartigen Künstler: Zuerst gab es die romantische Vokalise von Sergei Rachmaninoff, dann den furiosen Säbeltanz von Aram Khatschaturjan.
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