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Was Buchhändler jetzt empfehlen: Bestseller und Geheimtipps


Ulm / Kathrin Schuler

„Generell ist das Frühjahr immer etwas literarischer als der Herbst“, sagt Bernd Jooß von der Ulmer Hugendubel-Filiale. Seiner Meinung nach werden drei Frauen die Bestsellerlisten anführen: Jojo Moyes („Nächte, in denen Sturm aufzieht“), Lucinda Riley („Die Mondschwester“) und Elena Ferrante („Die Geschichte eines neuen Namens“). Bekannte Schriftstellerinnen, die es wieder bis ganz nach oben schaffen werden, glaubt Jooß.

Was die Ulmer außerdem gerne lesen werden –  aber in keiner Bestsellerliste auftauchen werde –, das sei der neue Krimi des Geislingers Manfred Bomm. Dessen Bücher bieten den Lesern einen Wiedererkennungswert: Der regionale Bezug, die bekannten Orte und Namen komme bei seinen Kunden gut an. „Im Norden stoßen die Bücher auf nicht viel Interesse, aber hier ist Bomm ein Muss“, sagt Jooß.

Die Suche nach dem Besonderen
Bei einem anderen Autor ist er sich dagegen sicher, dass dieser es auf die Bestsellerliste schafft – und damit einer Meinung mit Kollege Rasmus Schöll von der Ulmer Buchhandlung Aegis: T.C. Boyle mit seinem neuen Roman „Das Licht“. Der Amerikaner widmet sich dem Rausch der 1960er Jahre. Beide Buchhändler sind sich einig: Sowohl bei den Kunden, die im Hugendubel in erster Linie stöbern wollen, als auch bei Lesern, die bei Aegis auf der Suche nach besonderen literarischen Tipps sind, werde das Buch ein großes Publikum haben.

Einen ganz speziellen Lese-­Tipp hat Schöll noch:  „Apoll Besobrasow“ von Boris Poplawski, das im Februar im Guggolz Verlag erscheint. Denn: Der Autor ist seit mehr als 80 Jahren tot, sein Werk fand bislang nur im osteuropäischen Raum Beachtung – was der Verlag ändern will. „Das wird garantiert auf keiner Bestenliste auftauchen, auch wenn ich mir das wünschen würde“, sagt Schöll.

Was bei Aegis großen Anklang findet, ist Literatur in einem ungewöhnlichen Format: „Buchrollen sind etwas ganz Besonderes und werden bei uns immer beliebter“, sagt Schöll. Die Bücher von „Round not Square“ sind auf einem einzigen, mehrere Meter langen Stück Papier gedruckt – quasi eine Geschichte, die sich vor dem Leser entrollt.

In der Ulmer Buchhandlung Jastram wird man die Bücher, die im Frühjahr oben auf der Bestsellerliste stehen werden, zumeist vergeblich suchen. Welche Neuerscheinungen dort häufig über die Ladentheke gehen werden? Vor allem Gegenwartsromane – doch pauschalisieren könne man das nicht, sagt Inhaber Samy Wiltschek: „Was sich bei mir gut verkauft, sind die Bücher, die wir unseren Kunden persönlich empfehlen.“ Und empfehlen kann der Buchhändler im Frühjahr den neuen Roman von Jocelyne Saucier: eine fesselnde Geschichte, die sich Stück für Stück entfalte. Die sei auch nicht zu lang, sodass sie leicht an einem Wochenende verschlungen werden könne. „Niemals ohne sie“ heißt der Roman, der Wiltschek selbst gefesselt hat. Beste Voraussetzungen also, um eine große Stückzahl vorzubestellen.

Auch in der Langenauer Buchhandlung Mahr wird rechts und links der Bestsellerliste nach Lesenswertem Ausschau gehalten. Die Hit-Liste spreche schließlich für sich, sagt Buchhändlerin Angelika Mahr. Ihren Kunden empfehlen wollen sie und ihre Kollegen Bücher, an die einer von ihnen sein Herz gehängt habe. Zum Beispiel „Fünf Tage im Mai“: Mit ihrem Debütroman könne die Tirolerin Elisabeth R. Hager die Gefühle einer breiten Leserschaft einfangen, ein Buch für alle Generationen. „Ob es sich durchsetzen kann, weiß ich nicht. Doch es ist mein persönlicher Favorit“, sagt Angelika Mahr.
Klar ist für die Buchhändlerin derzeit: „Die Leser sind wieder auf Entdeckung. Sie stöbern in den Regalen und sind offen für Neues.“ Ob ein Buch erfolgreich sei, hänge nicht nur von der Bestsellerliste ab – sondern von seinem Potenzial, den Leser in die Geschichte abtauchen zu lassen.

Lesungen im Frühjahr
Veranstaltungen Das Highlight im Frühjahr bei Hugendubel: Der Bestsellerautor und ehemalige Ulmer Journalist Ulrich Ritzel liest in der Buchhandlung, das genaue Datum steht noch nicht fest. Eine Höhepunkt von Jastram ist „Deutsch für alle“: Abbas Khider nimmt am 26. Februar im Roxy die deutsche Sprache auf die Schippe. Die Buchhandlung Mahr hat am 7. März Elisabeth Hager eingeladen, die in der Pflugbrauerei Hörvelsingen aus „Fünf Tage im Mai“ liest. Und bei Aegis liest am 1. April Finn-Ole Heinrich aus „Der Reuber“.
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