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Wasserreserve reicht aus


Einen Aufruf, mit Wasser in den Tagen der Hitzewelle sorgsam umzugehen. Diesen Hinweis erwartet eine Leserin der SÜDWEST PRESSE, die sich bei der Redaktion gemeldet hat. Sie hatte sich über den Aufruf der Stadt Weißenhorn geärgert, die zwar bittet, mit Trinkwasser sorgsam umzugehen, aber dann rät, den Rasen doch nur noch früh morgens oder spät abends zu sprengen. „Das darf doch einfach nicht wahr sein.“ Der Rasen der Langenauerin und der ihrer Nachbarn sei längst braun, werde sich aber von selbst erholen. Sie trage für ihre Blumen abgekühltes Nudelwasser in den Garten und nutzt die Spartaste am WC und spart auch sonst, wo es geht, Wasser ein.

Nicht ganz so streng sieht das die Landeswasserversorgung: „Bei den Verbandsmitgliedern gibt es genügend Trinkwasser, auch der Garten kann gewässert werden“, schreibt Professor Frieder Haakh, Technischer Geschäftsführer des Zweckverbands Landeswasserversorgung. Die Situation sei ähnlich zum „Jahrhundertsommer 2003“, die Spitzenwerte lägen jedoch noch darunter, und die Landeswasserversorgung (LW) sei vorbereitet, indem sie „die Grundwasservorräte geschont hat und mehr Wasser aufwendig aus der Donau aufbereitet“, informiert Haakh. So liegen die Grundwasserstände um gut einen Meter über denen des Vorjahres – „genügend für weitere Wochen mit tropischer Hitze“.

Mit zwei Tests habe sich die LW außerdem auf den Fall einer möglichen maximalen Netzeinspeisung von 490 000 Kubikmetern am Tag vorbereitet. Fazit: „Es ist noch Luft, nein, ,Wasser’ nach oben.“ Derzeit werden 365 000 Kubikmeter am Tag ins Netz eingespeist, 170 000 davon aus der Donau. Der Experte betont grundsätzlich: „Wasser wird nicht ver- sondern gebraucht.“ Denn was in den Abguss läuft, fließt zur Kläranlage, wird gereinigt und „hilft bei der Trockenheit in den Bächen und Flüssen, dass mehr Wasser drin ist, es ist also nicht aus dem Wasserkreislauf verschwunden“.

Aber: Wasser sollte immer sinnvoll gebraucht werden, schreibt die Landeswasserversorgung. „So entsteht kein Nutzen, wenn es während des Zähneputzens weiterläuft.“ Im Garten dagegen sei Wässern sinnvoll. Haakh: „Das Wasser, das wir sparen, läuft natürlicherweise entweder zur Donau oder zum Rhein. Durch unsere Nutzung geht es andere Wege im Wasserkreislauf; es geht nicht verloren.“

Der Feldschütz Sven Ehret, der in Langenau in diesem Jahr 30 Birken im Donauried gepflanzt hat, berichtet auf Anfrage, dass wahrscheinlich trotz des Gießens alle aufgrund der Hitzewelle eingegangen sind. „Das Gießen war nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Im Donauried seien einige Abschnitte von Gewässern komplett ausgetrocknet, „Lebewesen, die Wasser brauchen, wie zum Beispiel Libellenlarven, sind dort eingegangen.“

Junge Bäume retten

Die Stadt Langenau ruft zum richtigen Gießen der städtischen Bäume auf: Ältere hätten die Trockenheit der vergangenen Wochen „derzeit noch kompensieren“ können, „indem sie Laub einrollen oder auch abwerfen, aber im nächsten Jahr wieder austreiben werden“. Anders ist die Lage bei Bäumen, die jünger als acht Jahre sind. Durch die vielen Neuanpflanzungen wässert die Stadtgärtnerei bereits seit Wochen und kommt mit anderen Arbeiten kaum noch nach. Die Stadt gibt Bürgern, die beim Wässern helfen wollen, zu Bedenken: „Zwei mal 50 Liter pro Woche sind ein vernünftiges Maß. Bitte nur dann die Bäume mit Wasser versorgen, wo ersichtlich ist, dass noch nicht gewässert wurde. Auch ein Zuviel kann schaden.“


10.08.2018 | Karin Mitschang
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Redakteur / Urheber
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