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Aktion: 441 Rote Hände aus Langenau



Langenau / Barbara Hinzpeter 10.02.2018

„Eine tolle Aktion“, findet Bürgermeister Daniel Salemi.Bis Mittwoch waren es 451.191 rote Handabdrücke, mit denen vor allem junge Menschen auf der ganzen Welt dagegen protestieren, dass Kinder als Kämpfer in kriegerische Konflikte geschickt werden. Nun sind 443 aus Langenau dazugekommen, im Vorfeld des „Red Hand Day“ (Rote-Hand-Tag) am 12. Februar. Der fällt in die Ferien. „Deshalb machen wir die Aktion jetzt schon“, sagte Patrice Schwanda vom Politik-Ausschuss der SMV am Robert-Bosch-Gymnasium.

Die Neuntklässlerin hatte den Tag federführend geplant und organisiert. Klassenweise – aber freiwillig, wie ein Lehrer betonte – kamen Schüler und setzten ihre Handabdrücke auf die Tapete. Aber erst, nachdem Mitglieder des Politik-Ausschusses noch einmal die Ziele der Aktion erklärt hatten. „Kinder sollen in die Schule gehen dürfen und bei ihren Familien wohnen“, sagte Achtklässlerin Malina. Sie sollten nicht kämpfen müssen und dabei „Dinge sehen und erleben, die nicht mal Erwachsene erleben sollten“. Die Schülerinnen machen unter anderem darauf aufmerksam, dass die Kindersoldaten, wenn sie den Kampf überleben, schwer traumatisiert und oft behindert sind. Sie wollten mit der Aktion auf das Schicksal dieser Kinder aufmerksam machen und forderten unter anderem bessere Hilfsprogramme, die sowohl dem Schutz der Kinder und der  Prävention dienen als auch der Behandlung und Wiedereingliederung von ehemaligen minderjährigen Soldaten. Außerdem wollen die Gymnasiasten Politiker dazu bewegen, sich gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten einzusetzen. Um den Forderungen Gewicht zu verleihen und sie in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, hatte Patrice den Langenauer Bürgermeister Daniel Salemi eingeladen. Der kam gerne, „denn hier werden Prinzipien der Menschlichkeit berührt“, sagte Salemi und gab ebenfalls seinen Handabdruck ab. Es sei zu begrüßen, wenn Schüler den Rote-Hand-Tag und die damit verbundenen Forderungen in der Bevölkerung „präsenter machen“.

Diskutiert wurde beim Aktionstag auch die Rekrutierung von 17-Jährigen für die Bundeswehr. Auch wenn die Jugendlichen freiwillig zur Armee gingen, sei Deutschland damit ein schlechtes Vorbild. Das Mindestalter sollte auf 18 Jahre erhöht werden, fordern die Organisatoren des Red-Hand-Day. Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag von verschiedenen Kinder- und Menschenrechtsorganisationen, darunter Unicef, Terre des Hommes  und Kindernothilfe.
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