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Langenauer Posaunenchor feiert 70-jähriges Bestehen


Karl Ertle hatte die Ehre, die Geburtstagstorte anzuschneiden. Schließlich wurde nicht nur das 70-jährige Bestehen des Evangelischen Posaunenchors Langenau gefeiert, sondern auch seine 70-jährige Mitgliedschaft. „Ich übe noch immer zwei Mal in der Woche auf meinem Waldhorn, sonst geht es ja nicht“, sagte der 84-jährige, dessen Vater schon vor der eigentlichen Gründung des Chors eine Musizier-Gemeinschaft gegründet hatte. Durch den Zweiten Weltkrieg aber verlor sich die Gruppe aus den Augen.

Im Langenauer Katholischen Gemeindehaus feierte der Posaunenchor nun seine Gründung am ersten Advent 1947. Es war ein gut besuchter und feierlicher Abend, am dem auch die Musik nicht zu kurz kommen sollte. Mit Stücken wie „One More Dance“ von Michael Schütz und „Schönster Herr Jesu“, das Traugott Fünfgeld für Posaunen arrangiert hat, zeigte der Chor seine musikalische Breite. „Früher konnten wir lediglich die Bearbeitungen von Musikstücken spielen; wir waren noch nicht so vielfältig aufgestellt“, sagte Hans-Jörg Häge, der seit
20 Jahren Chorleiter ist. Schon als Zehnjähriger trat er 1973 dem Chor bei und spielt noch heute die Trompete und das Alphorn. „Heute haben wir musikalisch ein viel breiteres Spektrum an Stücken, die speziell für Posaunenchöre komponiert wurden“, erzählte Häge.

So begleiten die rund 70 aktiven Mitglieder ihre Kirchengemeinden Martinskirche und Leonhardskirche durch das ganze Kirchenjahr und musizieren regelmäßig auch über Kirchengrenzen hinweg. Auf rund 55 Auftritte pro Jahr schätzt Häge die Aktivitäten des Posaunenchors. „Allein in der Weihnachtszeit haben wir ja schon rund zehn Auftritte“, sagte er.

Werbung für den Nachwuchs

Alte und neue Musik zu vereinen, das sei gute Werbung, um Nachwuchsmusiker zu erreichen. So gibt es auch Gruppen für junge Bläser – neben dem großen Chor, der sein Können nicht nur in Gottesdiensten beweist, sondern auch bei der Bläser-Serenade im Pfleghof, der Reformationsnacht und am alle zwei Jahre stattfindenden Landesposaunentag in Ulm. Die Jugendgruppen geben sich eigene Namen, die jetzigen nennen sich „Heilig´s Blechle“. Sie führten an der Jubiläumsfeier einen Säbeltanz auf und überzeugten mit einem Kanon.

„Wir haben in unserem Posaunenchor einfach eine tolle Gemeinschaft“, sagte Stefanie Vogt (31), die seit zwei Jahrzehnten das Waldhorn bläst. Und auch die 29-jährige Friederike Lux-Bosch ist davon überzeugt, dass, wer einmal dabei ist, nicht wieder weg möchte. „Wir sind ein wirklich gut gemischter Chor und vereinen bei uns kirchliche Tradition und moderne Stücke, sowohl anspruchsvoll als auch fetzig“, sagte Lux-Bosch. „Es ist einfach für jeden etwas dabei“, meinte auch das langjährige Mitglied Ertle. Und: „Bei uns ist halt immer was los.“

Lisa Maria Sporrer | 07.12.2017
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Redakteur / Urheber
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