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Sozialer Wohnraum treibt Hausbesitzer um


Nun, da Projekte in diesem Sinne konkret werden mit drei Bauvorhaben in der Storchenstraße (wir berichteten), haben künftige Nachbarn aus den Wohngebieten Breiter Weg/Bei der Hutlade „große Unsicherheiten formuliert“.

Das sagte Salemi bei einem Informations- und Austauschgespräch zum Thema, zu dem er die Öffentlichkeit ins Rathaus geladen hatte. Der Andrang war so groß, dass einige Besucher am vergangenen Mittwochabend keine Sitzplätze mehr bekommen haben und die zweistündige Veranstaltung stehend verfolgten. Vor einer Frage- und Antwortrunde fasste Salemi die Sachlage aus seiner Sicht zusammen. Die Stadt wolle den von allen Parteien und der Landesregierung gewünschten günstigen Wohnraum schaffen, indem sie selbst als Bauherr tätig wird – oder noch besser Investoren findet, wie dies nun bei den genannten Projekten der Fall ist, bei denen neben 24 Mietwohnungen auch 20 ebenfalls preisgünstige Eigentumswohnungen entstehen sollen.

30 Prozent Wertverlust?

Ziel sei es, das preisgünstige Wohnen nicht zu konzentrieren, sondern verteilt über die ganze Stadt zu ermöglichen. Vom dort vorhandenen günstigen Wohnangebot aus gerechnet seien künftig 19 Prozent dieses Angebots in den genannten Wohngebieten angesiedelt. Was in der Storchenstraße entstehe, entspreche dem veröffentlichten Bebauungsplan für die Wohngebiete Breiter Weg/Bei der Hutlade. Dieser Plan sei auch den Eigenheimbesitzern dort bekannt, von denen manche einen Wertverlust von bis zu 30 Prozent befürchten wegen der Nähe ihrer Grundstücke zu den geplanten Sozialwohnungen.

Diese bei der Veranstaltung geäußerte Sorge teilte Salemi nicht, im Gegenteil: In einer Bertelsmann-Studie werde für Langenau ein weit überdurchschnittliches Wachstum prognostiziert. Und hohe Nachfrage bedeute steigende Preise – was er bestätigen könne als Besitzer eines Hauses, von dem aus es rund 75 Meter seien bis zur Obdachlosenunterkunft. Die Kritik, das Wohngebiet werde durch die  drei Neubauten mit 15, mit 9 und mit 20 Wohnungen zu sehr verdichtet, ließ der Bürgermeister auch nicht gelten. Der „Dichteansatz“ des Landes Baden-Württemberg liege bei 70 Einwohner je Hektar. Im Langenauer Stadtgebiet seien es derzeit 55 je Hektar. „Da haben Sie noch Glück gehabt in Ihrem Gebiet“, sagte Salemi. Das Land werde künftig wegen des Flächenverbrauchs kein Bauland mehr  genehmigen mit so niedriger Verdichtung.

Zunehmendes Parkchaos

Auch einige weitere geäußerte Themen und Befürchtungen wurden besprochen: etwa zunehmendes Parkchaos und für Kinder gefährliche Straßenverhältnisse durch hinzukommende Fahrzeuge der Bewohner der künftigen Mehrfamilienhäuser, mögliche Änderungen des Bebauungsplans in Bezug auf die Haushöhe, die Sozialbindung des Vermieters, häufiger Mieterwechsel, absinkender Wasserdruck, Baulandpreise und die Vergabe von Wohnberechtigungsscheinen. Salemi antwortete und betonte, dass er diese Sorgen ernst nehme.

Aber eben auch die Sorgen ärmerer Langenauer mit Kindern, die manchmal aus Mangel an Alternativen in überteuerten Wohnungen mit sehr schlechter Bausubstanz leben müssten. „Auch für diese Menschen werden die neuen Sozialwohnungen gebaut.“

Markus Fröse | 11.08.2017
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Redakteur / Urheber
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