Stadt passt Betreuung an sinkende Kinderzahlen an
Gemeinderat beschließt Reduzierung der Plätze
Die Stadt Langenau richtet ihre Kinderbetreuung neu aus. Seit einigen Jahren werden deutlich weniger Kinder geboren. Diese Entwicklung zeigt sich bereits bei den Krippen (1-3 Jahre) und wird künftig auch die Kindergartengruppen (3-6 Jahre) stärker erreichen. Zugleich nutzen Familien lange Betreuungszeiten bis 17 Uhr seltener. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, Plätze, Gruppen und Öffnungszeiten schrittweise an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Dabei setzt die Stadt auf verlässliche Übergänge. Sie informiert direkt betroffene Familien frühzeitig und will bereits betreuten Kindern möglichst viel Kontinuität bieten. Zugleich hält sie Reserven vor, um auf Zuzüge oder einen unerwartet steigenden Bedarf reagieren zu können.
Ganztagesbetreuung wird für alle geöffnet
Künftig können grundsätzlich alle Eltern eine Ganztagesbetreuung für ihr Kind im Rahmen der jeweiligen Kapazität der Einrichtung beantragen. Ein Nachweis über die Berufstätigkeit ist nicht mehr erforderlich. Wenn die Nachfrage die vorhandenen Plätze übersteigt, berücksichtigt die Stadt berufstätige Eltern weiterhin vorrangig. Das Angebot richtet sich nach den Kapazitäten und Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtung. Wo eine Kita beispielsweise nur bis 15 oder 16 Uhr geöffnet hat, kann sie auch nur bis zu diesem Zeitpunkt betreuen. Für Familien und Einrichtungen entfällt mit der neuen Regelung zugleich bürokratischer Aufwand.
Stadt reduziert Krippenplätze schrittweise
Ursprünglich hielt Langenau 150 Krippenplätze vor. Inzwischen hat die Stadt die Zahl auf 135 verringert. Langfristig soll sie auf 115 sinken. Zum Stichtag 1. März 2026 waren 102 der 135 Plätze belegt. Die Stadt hält damit auch nach den geplanten Änderungen mehr Plätze vor, als nach heutigem Stand benötigt werden. In der Albecker-Tor-Kita sank das Angebot bereits von zehn auf fünf Krippenplätze. In der Kita Öchslesmühlbach verringerte die Stadt die Zahl von 20 auf zehn. Dadurch kann die Einrichtung zusätzliche Ganztagesplätze für Kinder über drei Jahren anbieten. In den Kitas Wörth und Reutte wird jeweils eine der bisher zwei Krippengruppen geschlossen. Den geplanten Ausbau weiterer Krippenplätze bei den Kinderhausfreunden und die Erweiterung des dortigen Gebäudes stellt die Stadt zunächst zurück.
Auch mehrere Öffnungszeiten ändern sich entsprechend der Nachfrage. Künftig endet die Krippenbetreuung in Albeck um 13 Uhr, in Göttingen um 14.30 Uhr und in Hörvelsingen um 16 Uhr.
Albecker-Tor-Kita soll schrittweise auslaufen
Die Krippengruppe der Albecker-Tor-Kita soll voraussichtlich zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027 schließen. Anschließend soll die gesamte Einrichtung bis zum 31. August 2029 schrittweise auslaufen. Die bestehende Kindergartengruppe soll vorübergehend altersgemischt arbeiten, sodass alle Kinder in der Einrichtung weiterbetreut werden können. Neue Kinder sollen zudem nicht mehr aufgenommen werden, die Schließung erfolgt bei einer Belegung von unter 10 Kindern.
Die Albecker-Tor-Kita hat sich in den vergangenen Jahren trotz ihrer ursprünglich als Übergangslösung gedachten Rolle sehr positiv entwickelt. Besonders die enge Zusammenarbeit mit der Albecker-Tor-Schule und dem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum sowie das Engagement der Mitarbeitenden prägen die Einrichtung. Diese pädagogische Arbeit und die gewachsenen Kooperationen würden mit einer Schließung verloren gehen.
Ausschlaggebend für die Entscheidung sind die sinkenden Kinderzahlen und die höheren Kosten je Betreuungsplatz in einer kleinen Einrichtung. Die Stadt hält es für sinnvoller, eine kleinere Kita geordnet auslaufen zu lassen, als gleichzeitig an vielen Standorten einzelne Gruppen zu schließen. Auch im Kindergartenbereich für Kinder ab 3 Jahren sinkt die Nachfrage
Zum Ende des Kita-Jahres 2025/2026 waren rund 40 Plätze für Kinder über drei Jahren nicht belegt. In den kommenden Jahren dürfte diese Zahl weiter steigen. Die Stadt prüft deshalb jede Einrichtung einzeln. Sie berücksichtigt dabei die Anmeldezahlen, die Auslastung, die räumlichen Bedingungen und die Situation der betreuten Kinder.
Abgesehen vom geplanten Auslaufen der Albecker-Tor-Kita ist zum jetzigen Zeitpunkt keine Schließung einer weiteren Kita im Gespräch. Die Stadt beobachtet jedoch weiterhin die Geburtenzahlen, Anmeldungen und Belegungen und informiert betroffene Familien frühzeitig über mögliche Änderungen. Die Entwicklung wird mit der Bedarfsplanung 2027 erneut umfassend bewertet.
Keine betriebsbedingten Kündigungen
Weniger Kinder und kürzere Betreuungszeiten wirken sich auch auf den Personalbedarf aus. Nach aktueller Berechnung hat die Stadt zum 1. Januar 2027 einen Personalüberhang von 16,64 Vollzeitstellen, hinzu kommen Beschäftigte, die in den kommenden Jahren aus der Elternzeit zurückkehren. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Die Stadt will den Überhang bis 2029 schrittweise abbauen – vor allem durch natürliche Fluktuation, Renteneintritte und eine zurückhaltende Nachbesetzung frei werdender Stellen.
Im Stellenplan hält die Stadt zusätzlich fünf Prozent des gesetzlichen Mindestpersonalschlüssels vor, um Ausfälle und zeitweise unbesetzte Stellen abzufangen. Außerdem verankert sie 2,5 Stellen für die Sprachförderung als Zielgröße. Die Personalabteilung prüft weitere Möglichkeiten, den Personalbestand an den künftigen Bedarf anzupassen.
Direkt betroffene Familien erhalten zusätzliche Informationen über die KitaApp oder über ihre Einrichtung.