Die landschaftliche Aussieht von Hörvelsingen, im Vordergrund sind viele Felder und im Hintergrund kann man ein Teil von Hörvelsingen sehen

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Wie lässt sich Attraktivität der Innenstadt erhöhen?


Wie bekommen wir mehr Leben in die Innenstadt? Wie lässt sich die Attraktivität des Zentrums erhöhen? Auch in Langenau sind das drängende Fragen, die nun konkret angegangen werden. Unterstützt wird die 15.700-Einwohner-Stadt dabei von Innenstadtberater Josef Röll von der IHK Ulm. Er legte dem Gemeinderat jetzt erste Ergebnisse der Innenstadterhebung vor.

Weiblich, einheimisch und motorisiert

Der typische Innenstadtbesucher ist weiblich, zwischen 31 und 40 Jahre alt, wohnt vor Ort und nutzt für seine täglichen Visiten vor allem das Auto. Und er beziehungsweise sie kommt in fast 50 Prozent der Fälle, um etwas zu essen oder zu trinken. Diese Erkenntnis hat die Marktforschungsgesellschaft Emergent-Actio bei ihrer Passantenbefragung am 12. Juli in Langenau gewonnen. Zwischen 12:00 und 16:30 Uhr hatte sie an diesem Dienstag 109 zufällig ausgewählte Menschen an vier Standorten in der Innenstadt interviewt. Die Ergebnisse setzte Innenstadtberater Röll in Beziehung zu ähnlichen Befragungen in Weingarten, Markdorf, Leutkirch, Laichingen und Bad Schussenried.

Dass rund 50 Prozent zum Essen oder Trinken kommen: Bei dieser Begründung führt Langenau die Vergleichstabelle an. „Einkäufe erledigen“ nennen dagegen nur 33 Prozent als Grund ihres Besuchs, da rangiert Langenau im unteren Mittelfeld. 47 Prozent geben an, hier zu wohnen, 14 Prozent, hier zu arbeiten. 17 Prozent der Befragten kommen, um die Atmosphäre zu genießen – ein unterdurchschnittlicher Wert.

Wunsch nach mehr Gastronomie

Andererseits vergeben 58 Prozent der Passanten bei der Frage nach der Attraktivität der Innenstadt die Noten 1 und 2. Besonders positiv bewertet werden die Erreichbarkeit mit dem Pkw und Fahrrad, die Parkgebühren sowie die Öffnungszeiten der Geschäfte. Verbesserungspotenzial sehen die Befragten bei der Gastronomie. „Mehr Gastronomie/Cafés“ steht auf der Wunschliste ganz oben. Mit der Durchschnittsnote 2,6 steht Langenau auf einem guten Mittelfeldplatz in Sachen Attraktivität.

Fast die Hälfte der Befragten ist täglich in der Innenstadt, 43 Prozent sind es zumindest wöchentlich – „gleich oft“ wie vor der Pandemie, sagen 80 Prozent. Aber 48 Prozent geben an, in den vergangenen zwei Jahren mehr im Internet gekauft zu haben. In den Online-Handel fließt also viel Kaufkraft. Immerhin 58 Prozent wollen in Zukunft wieder mehr in der Stadt einkaufen.

Viele kommen mit dem Fahrrad

Bei den Altersgruppen unter den Besuchern sind die 31- bis 40-Jährigen und die 61- bis 70-Jährigen vorn. Die meisten kommen mit dem Auto oder zu Fuß, immerhin 20 Prozent mit dem Fahrrad – ein Topwert im Vergleich.

Nummer eins unter den Informationsquellen ist die Internetsuche (70 Prozent), gefolgt von Zeitungen/Magazinen (47 Prozent) und Empfehlungen (42 Prozent). Vor diesem Hintergrund ist die Frage interessant, wie die Betriebe digital unterwegs sind. Laut Innenstadterhebung präsentieren sich je 64 Prozent auf eigenen Websites oder auf Google Maps, 49 Prozent setzen auf Facebook (Gastronomie: 78 Prozent).

Beim Branchenmix rangiert der Handel (36 Prozent) vor den Bereichen Dienstleistung (30 Prozent), Gesundheit (14 Prozent) und Gastronomie (11 Prozent). Die Leerstände machen knapp zehn Prozent der Flächen aus.

Wie geht es nun weiter?

Ein Experteninterview ist in Arbeit, bei dem unter anderem nach dem Alleinstellungsmerkmal der Innenstadt, nach den Stärken und größten Problemen gefragt wird. Weiter wird eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich am Mittwoch, 26. Oktober im Rathaus, Marktplatz 1, erstmals trifft. Vertreter von Stadt und Ratsfraktionen, von Handel, Dienstleistern und Gastronomie werden Themenfelder wie Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit, Fassaden- und Schaufenstergestaltung, Service und Vermarktung oder auch Spaß- und Erlebnisfaktoren diskutieren. Nach einer Stärken-/Schwächen- sowie Chancen-/Risiken-Analyse soll dann ein konkreter Maßnahmenkatalog erarbeitet werden. In der Arbeitsgruppe ist Raum für viele Ideen und Anregungen – und zur Mitarbeit.

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