Heimatmuseum - Garnhaspel oder Schnellerzähler
Wenn
beim Spinnen die Spule am Spinnrad voll war, musste das Garn auf die
Garnhaspel aufgewickelt werden. Durch einen kunstvollen, akustischen
Zählmechanismus an der Haspel wussten die Spinner die Länge
des Fadens. Der nach 100 Umdrehungen war ein „Rick“ von
500 ein „Mäusle“ und von 1000 ein „Schneller“.
Das entsprach einer Länge von 1230 Metern. Auf dem Garnmarkt wurde
mit Schnellem gehandelt, später nach Gewicht. Ein Schneller war
ungefähr die Leistung einer geübten Spinnerin an einem Abend
in der Kunkelstube. Dort traf man sich zum gemeinsamen Spinnen, um Licht
und Heizmaterial zu sparen aber auch der Geselligkeit wegen. Diese Zusammenkünfte
waren der auf Sittsamkeit bedachten Obrigkeit stets ein Dorn im Auge.
Aber da sie beliebt und zweckmäßig waren, ließen sie
sich nie ganz verbieten. Das allgemeine Spinnen während des Winters
dauerte von Martini (11. November) bis Lichtmess (2. Februar) von welchem
Tag es hieß: „Lichtmess bei Tag ess, das Spinnen vergess“.
Es kann davon ausgegangen werden, dass bei uns das Spinnen von Flachs
weitgehend in den Dörfern in Heimarbeit erfolgte, wo es den Bauern
und Seldnern ein wertvolles Zusatzeinkommen verschaffte.
Startseite