Heimatmuseum - Blaudruckmodel
Blaudruck ist ein traditionelles Textildruckverfahren bei dem die Muster weiß ausgespart werden. Der Blaudruck kam Ende des 17. Jahrhunderts bei uns in Mode und erreichte besonders für Kleidung und Haustextilien im ländlichen Bereich ihre größte Bedeutung. Gerade für die Alltagskleidung der Bauern spielte der „Zeugledruck“ eine wichtige Rolle. Vor dem Färben wurde der Stoff (Leinen oder Baumwolle) mit Holzmodeln gestempelt, die vorher in Papp getaucht wurden. Die Zusammensetzung des Papp war Betriebsgeheimnis des jeweiligen Färbers. Nach dem Trocknen erfolgte der eigentliche Färbeprozess. Früher verwendete man zur Blaufärbung den Färbewaid, eine einheimische Pflanze. Später kam der Indigo, ein blauer, ebenfalls aus einer Pflanze gewonnene Farbstoff aus Übersee in Mode. Nachdem der gefärbte Stoff getrocknet war, wurde der Papp wieder ausgewaschen und das Muster erschien in weiß. Jeder Blau- oder Buntdrucker hatte einen reichen Vorrat an Druckmodeln für Flächenmuster und Borten. Die Model wurden aus Birnenholz geschnitzt, seit dem 18. Jahrhundert aber auch zunehmend mit eingeschlagenen Metallstiften versehen, um ganz feine Punktierungen und Spitzenmuster erzielen zu können. Das Heimatmuseum besitzt eine große Auswahl von Modeln aus dem Nachlass des letzten Langenauer Färbers.
Startseite