MODERN JAZZ / In allen Spielarten
Erstklassigen, energiegeladenen Modern Jazz bot das "Simply Acoustic Trio" aus Polen im gut besuchten Pfleghof in Langenau. Das Publikum war begeistert.
WOLFGANG HÄBERLE
Bekannt geworden sind der Pianist Marcin Wasilewski, der Schlagzeuger Michal Miskiewicz und der Kontrabassist Slawomir Kurkiewicz als Begleiter der polnischen Jazzlegende Tomasz Stanko. Der Trompeter hatte die Musiker im Jahre 1994 entdeckt, und mit Stanko waren sie auch schon einmal im Langenauer Pfleghof zu Gast. Diese Zusammenarbeit hat das "Simply Acoustic Trio" geprägt, dank Stanko hatten sie Kontakt zur internationalen Jazz-Szene, arbeiteten sie mit Stars wie Jan Garbarek, Joe Lovano und Louis Sclavis zusammen.
Überwiegend Stücke des Pianisten Wasilewski standen in Langenau auf dem Programm - teilweise noch ohne Titel; und nur wenige Stücke sind auf der aktuellen CD "Trio" dokumentiert, die den Preis der Deutschen Schallplattenkritik erhielt. Im kammermusikalischen Jazz der Polen steht die Melodie nicht im Mittelpunkt, sondern ist der Ausgangspunkt für das Erforschen von Harmonien und Klangfarben. Dazu jonglierten die Drei in ihrem Konzert in Langenau mit den Spielarten des modernen Jazz. Pianist Wasilewski und Schlagzeuger Miskiewicz sind dabei unzertrennlich: Keiner kann ohne den anderen auskommen, das ist ein Dialogisieren. Die beiden Musiker kommentieren und untermalen gegenseitig alle Stücke - die schnellen und die langsamen.
Ob in "White Cloud", einer Komposition von Jan Garbarek aus den 70er Jahren, oder in eigenen Werken wie "Free-Bop" und "See the Baltic Sea" - immer galt es den virtuosen Pianisten zu bewundern und ihn auf seinen Exkursionen zu begleiten: wie er Spannungen aufbaute und wieder auflöste. Aber ebenso faszinierte der exzellente Maskiewicz mit seinem farbigen,
treibenden, abwechslungsreichen Schlagzeug-Spiel. Unauffällig im Vergleich dazu agierte der Kontrabassist Slawomir Kurkiewicz; er hielt mit seinem präzisen rhythmischen Spiel das Trio auf Kurs, steuerte aber nur kurze Soli bei.
Ein tolles Konzert von Musikern, deren Namen man sich merken muss. Begeisterter Applaus nach einer großartigen Interpretation von Björks "Hyper-Ballad" als Zugabe.
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