Petros Markaris las im Langenauer Pfleghof
Pendler zwischen zwei Sprachen
Er war wieder da, nach Jahresfrist: Petros Markaris, der hierzulande eine wachsende Fan-Gemeinde an sich zieht. Der griechische Krimiautor las diesmal auf Einladung der Buchhandlung Mahr im gut gefüllten Pfleghofsaal in Langenau aus seinem Buch "Live!". Der 1937 in Istanbul geborene, heute in Athen lebenden Schriftsteller hat - was nur wenige wissen - in fünfjähriger Arbeit sogar Goethes "Faust I" ins Griechische übertragen. Jetzt gelang es ihm auch beim erneuten Besuch im Ulmer Raum beinahe umgehend, sein Publikum von den Qualitäten seines Alter Ego, des gleichermaßen liebenswert wie ruppig-humorig auftretenden Kommissars Kostas Charitos zu überzeugen.
Bei der anschließenden Signierstunde verriet Petros Markaris auf die Frage, woher er so gut Deutsch könne, dass er seine Kenntnisse auf dem österreichischen Gymnasium in Istanbul erworben und später in Wien weiter ausgebaut habe.
Die Stimmung im Saal war gut; und sie wurde noch besser. Nachdem das potenzielle Leservolk also einige Kapitel als Appetizer über Baustellen-Chaos, Mord und Korruption im prä-olympischen Athen des Jahres 2004 gehört hatte, tanzten die geübten Finger der Musikgruppe "Ta Perix" aus Tübingen gleichsam auf den Saiten von Bouzouki und Gitarre. Hungrig geworden, ließ man sich nun die gereichten Häppchen und den griechischen Wein dazu munden. ka
Südwest Presse: 02.05.2005
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