Die Zauberflöte mit afrikanischem Pfiff
Die Musik der afrikanischen Zulu mit Mozarts Melodien vereint? Das Ensemble "MoZuluArt" machte es im ausverkauften Pfleghof möglich.
Soll einer sagen, das Publikum habe keinen Riecher für außergewöhnliche Veranstaltungen. Mit 170 Besuchern war das Konzert der in Wien ansässigen "MoZuluArt" im Langenauer Pfleghof restlos ausverkauft. Und die drei Afrikaner ließen gleich zu Beginn des Programms, in dessen Mittelpunkt die Stücke ihres Albums "Zulu Music meets Mozart" standen, zusammen mit ihrem österreichischen Pianisten die Funken sprühen. Drei Männer aus Bulawayo in Simbabwe, die neben Afrogroove und körperbetonter Show auch noch mit Wiener Schmäh auftrumpfen konnten - ein Hit.
Auch musikalisch war der Abend neben allem Klatschspaß und der Mitsingfreude, die dem Publikum beschert wurden, durchaus bemerkenswert. Die Idee, klassische Musik mit traditionellen Klängen aus Afrika zu verbinden, ist zwar nicht der neueste Hut, aber man muss ihn tragen können. Und die Stücke hörten sich keineswegs wie die späte musikalische Rache für den Kolonialismus an, obgleich die afrikanische Note immer die Oberhand behielt. So wurde das Stück "Bheka kimi" sehr vorteilhaft von Mozarts Rondo in D-Dur beflügelt, und der Harmoniegsang des Trios sorgte für den exotischen Zuckerguss. Eine Wiener Melange der außergewöhnlichen Art.
Südwest Presse: Montag, 08.02.2010
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