POP / Maria Solheim begeisterte in Langenau
Ein Blick in die Sterne
Maria Solheim nahm ihr Publikum im Langenauer Pfleghof auf einer Wolke des luftigen Folkpops mit, entzückte mit großer Stimme und Klein-Mädchen-Charme.
Udo Eberl
Als Vorprogramm hatte man im Langenauer Pfleghofsaal "Der Automat" aufgeboten. Aber nichts da mit Elektronik-Musik. Dieser Herr hatte seine Westerngitarre und einen Diaprojektor mitgebracht. Stücke wie "Ein Haus wie ein Freund", "Ein dickes Paar im Pool" oder "Heilpädagogisches Reiten" wollten einfach bildhaft unterfüttert sein. Der Liedermacher, der eigentlich Hanno von Daniels heißt, konnte das Publikum beim gut gefüllten Steh-Konzert nicht allein mit seinen pfiffigen Liedern begeistern. Nordisch-trockener Witz, mundgemachte Gitarren- und Trommelsoli und die Vorliebe des Einzelgängers für die Landjugend kamen an.
Zum anschließenden Konzert der Norwegerin Maria Solheim passte der Schmunzel-Auftakt zwar nur bedingt, doch bereits mit dem zweiten Song hatte die 23-Jährige ihre Fans und diejenigen, die es an diesem Abend noch werden sollten, in ihren Bann gezogen - mit intimen Stücken und statt mit großer Band in Trio-Besetzung.
Zu Beginn des Konzerts versprach die nur körperlich kleine Sängerin mit den funkelnden Augen, sie werde einige fröhliche und etliche traurige Songs spielen, den Abend aber mit einem Happy End abschließen. Glücksgefühle gab es aber auch gleich zu Beginn. Mit zartem Gitarrenspiel, hingehauchtem Gesang und exzellenter Mehrstimmigkeit wussten Maria und ihre Jungs zu überzeugen. Zwischen warmem oder sphärischem Folkpop und lustigem Alternative-Country - Dauer-Bassist Tor Egil Kreken spielte hier Banjo - bewegte sich das Ganze, als wären Björk und Crosby, Stills & Nash in einem Boot im Fjord unterwegs.
Rückenschauerschön: Maria Solheims glasklare Stimme, dank der man selbst im Saal die Sterne leuchten sehen konnte. Höchst sympathisch: ihre schüchterne Art den Beifall zu genießen und ihre Ansagen. Mit dem finalen "The Last Waltz" gab sie dem Publikum noch ein Meisterstück mit auf den Weg. Am Merchandising-Stand wurden übrigens neben CDs auch Röcke aus Solheims Eigenproduktion verkauft. Ihr Markenname: Hope. Das passte.
Südwest Presse: Mittwoch 05.10.2005
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