Marcus Jeroch und die Welt des Wowo
Wie nahe liegen Sinn und Unsinn beieinander? Sehr nah. Das bewies der Kabarettist Marcus Jeroch mit seinem aktuellen Programm "Wortsetzung folgt . . ." im Langenauer Pfleghof.
Ein Pult, ein Stuhl, ein Tisch. Mehr braucht er nicht. Diese hagere Version Einsteins füllt die Bühne auch ohne viel Schnickschnack, aber mit jeder Menge Wowos. Wowo? Das ist Markus Jerochs "Tochter des Dada". Er streicht das D und landet bei "Ge-anken und I-een". Nur, bei einem Buchstaben bleibt es es nicht, Jeroch reduziert munter weiter, kauderwelscht sich in regelrechte Tiraden. Das Publikum bleibt ratlos, aber amüsiert zurück.
Aber auch mit allen Buchstaben blödelt Jeroch mit viel Sprachwitz weiter, sinniert etwa darüber, warum Männer und Frauen in Geschlechter eingeteilt sind und nicht in "Gegut" und "Gebesser".
Doch der Abend bot nicht nur Sprachwitz, sondern auch viel fürs Auge. Nicht nur die grelle Schminke und die gepuderten und toupierten Haare des Kabarettisten, er mundjonglierte mit Tischtennisbällen, lieferte auch eine szenische Version eines "Zwei-Wortgedichtes": "Die Vase, das war se", sagts und lässt das imaginäre Gefäß fallen.
Jeroch live? Das ist rasanter Unsinn, der alles andere als sinnfrei daherkommt: schrill, abseitig. Da wartet man gerne auf eine Wortsetzung. NATHALIE BIES
Südwest Presse: Samstag, 17.04.2010
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