Mi., 16.05.12, 20 Uhr - "Räuberleben", Lesung Lukas Hartmann; Garten Steiger- haus, Hindenburgstr. 17
Gesucht: Räuberhauptmann Hannikel
Ein württembergischer Robin Hood war er sicherlich nicht: Der Hannikel. Im Gegenteil, er zählte im 18. Jahrhundert mit seiner Bande zu den gefürchtetsten Räubern, die Oberschwaben, den Schwarzwald und das Elsass unsicher machten. Angst hatten natürlich in erster Linie die, die zur damaligen Zeit zu den Wohlhabenden zählten. So wundert es nicht, dass die Obrigkeit, vertreten durch den Oberamtmann Jacob Schäfer aus Sulz, alles daran setzte, den Hannikel dingfest zu machen. Das ging so weit, dass man sogar Steckbriefe einsetzte, die bis in der Schweiz aufgehängt wurden. Nur so konnte Hannikel mit seinen Getreuen in Chur verhaftet werden.
Lukas Hartmann macht den gebildeten Schreiber Wilhelm Grau zum Chronisten des Geschehens. Dieser ergreift für keine der beiden Seiten wirklich Partei. Wir befinden uns damals im Zeitalter der Aufklärung, und der Schreiber beginnt sich Fragen zu stellen, die wir heute sozial nennen würden. Schnell führte damals der Weg des fahrenden Volkes und der Zigeuner in den Kerker, wenn sich die Bürger einer Stadt von ihnen bedroht fühlten oder wenn es galt einen Sündenbock zu finden. So hat es dem Erzähler der jüngste Sohn Hannikels angetan, dem er nicht das gleiche Leben wünscht, wie es Hannikel, sein Vater, führte.
Eintritt: 7 € / 5 € (erm.)
Veranstalter: StadtBücherei / vh Ulm / Buchhandlung Mahr
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