Aus dem Gemeinderat vom 20.01.2012
Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen und mit geistigen Behinderungen soll ausgebaut werden
Sozialdezernent Weber vom Landratsamt Alb-Donau-Kreis informierte den Gemeinderat über den Beschluss des Kreistags, wonach in den größeren Gemeinden Angebote für Menschen mit Behinderungen geschaffen werden sollen. Der Beschluss geht auf eine Konvention der UN-Generalversammlung zurück, nach welcher Behinderte nicht ausgegrenzt werden dürfen. Anstelle sie in großen entfernten Einrichtungen unterzubringen, sollen sie möglichst in der Nähe in kleinen überschaubaren Einrichtungen wohnen. Derzeit erhalten 50 Erwachsene aus Langenau Eingliederungshilfe vom Landratsamt. 23 von ihnen leben außerhalb in einem Heim. 6 werden ambulant betreut, 20 Menschen wohnen privat und besuchen tagsüber eine Förderwerkstatt in Ulm.
Die Bruderhaus-Diakonie betreibt in der Bahnhofstraße 51 eine Tagesstätte mit sozialpsychiatrischem Dienst. In Langenau und Umgebung werden von ihr derzeit 18 Personen ambulant betreut. Die für den Alb-Donau-Kreis zuständige Leiterin der Bruderhaus-Diakonie, Gudrun Reuther, erläuterte dem Gemeinderat, dass zwischen dem Breiten Weg und dem Gesundheitszentrum 17 Wohnplätze für Menschen mit geistiger Behinderung geschaffen werden sollen. Als weiteres Projekt sollen in der Stadtmitte 7 Wohnplätze für Menschen mit psychischen Erkrankungen realisiert werden. Auf Vorschlag von Bürgermeister Mangold wurde der einstimmige Grundsatzbeschluss gefasst, wonach die Bruderhaus-Diakonie beim Ausbau der Angebote für geistig Behinderte und psychisch Kranke unterstützt werden soll und die erforderlichen Grundstücke, soweit sie im Eigentum der Stadt sind, in Aussicht gestellt werden. Der Verkauf des Grundstücks beim Breiten Weg soll mit einer Klausel erfolgen, welche sicherstellt, dass die Erweiterung des Gesundheitszentrums nicht ausgeschlossen wird. Die Entscheidung, das Grundstück am Breiten Weg an die Bruderhaus-Diakonie zu veräußern, erfolgte bei fünf Gegenstimmen.
Haushalt 2012 – Stadt investiert und tilgt Schulden
Die Hebesätze bei der Grund- und Gewerbesteuer bleiben gleich. Trotzdem steigt das Volumen des Verwaltungshaushalts um etwa 3 Mio. Euro auf 34,8 Mio. Euro. Auch der Vermögenshaushalt steigt um etwa 3 Mio. Euro auf 12,8 Mio. Euro an. Der größte Teil wird in den Ausbau von Kindertagesstätten, Wohn- und Gewerbegebieten, in die Sanierung von Straßen und in den 50 %igen Kauf des Stromnetzes investiert. Erfreulich ist, dass trotzdem die Gesamtverschuldung im Jahr 2012 in den Haushalten der Stadt und der städtischen Wasserversorgung um knapp 700.000 Euro abgebaut werden kann.
Die Vorsitzenden der Fraktionen im Gemeinderat zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem einstimmig beschlossenen Haushalt für das Jahr 2012. Bei der Vorberatung im Ausschuss für Soziales und Verwaltung wurde den Anträgen der Fraktionen zugestimmt. Auf Wunsch der Grün-unabhängigen Liste soll für den Bahnhofsvorplatz, im Bezug auf die Fußgänger und Radfahrer, ein verkehrliches Gutachten erstellt werden. Auch die Anregungen der CDU, den Fahrradabstellplatz beim Bahnhof zu befestigen und die Beleuchtung der Lange Straße im Osten zu verbessern, wurden befürwortet. Auf Vorschlag der SPD sollen die Vereine für ihre Jugendarbeit 12.600 Euro zusätzlich bekommen. Der geltende Förderbetrag wird von 10 auf 15 Euro pro jugendlichem Vereinsmitglied angehoben.
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